Kodaks neuer Fotosensor kommt ohne Blitz aus

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Kodaks neuer Fotosensor kommt ohne Blitz aus
Hohe Empfindlichkeit sorgt für gute Fotos bei schwachem Licht


New York (pte/14.06.2007/13:08) - Der Fotokonzern Eastman Kodak http://www.kodak.com hat einen neuen Fotosensor für Digitalkameras entwickelt, dessen extrem hohe Lichtempfindlichkeit selbst bei sehr schwachem Licht zu guten Bildern führt. "Durch eine neue Aufbaumethode des Imagesensors kann die Empfindlichkeit um bis zu viermal erhöht werden", führt Mike DeLuca, Marketing Manager der Sensor Solution Group von Eastman Kodak, aus. Dabei werde die Notwendigkeit, den Blitz auszulösen, nahezu eliminiert. Die Technik könnte in Handys ihr erstes Einsatzgebiet finden, soll sich jedoch am Gesamtmarkt durchsetzen, hofft das Unternehmen.

Durch die hohe Empfindlichkeit des Sensors reicht für die Belichtung ein Viertel der herkömmlichen Verschlusszeit aus, womit Verwackeleffekte verhindert werden. Bei normaler Belichtungszeit hingegen können Bilder selbst in äußerst schwachem Licht ohne Blitz gemacht werden, wobei es dabei nicht zum typischen Bildrauschen kommt. Die störenden farbigen Punkte auf unterbelichteten Fotos stammen bei aktuellen Fotosensoren vom so genannten Dunkelrauschen. Es tritt auf, wenn kein Licht auf den Sensor fällt und somit keine Bildinformation vorhanden ist. "Das ist das größte Problem heutiger Lösungen, wenn nicht genug Licht vorhanden ist, das eingefangen werden kann", meint IDC-Analyst Christopher Chute. Kodaks neue Methode sei dabei nahezu revolutionär, so Chute.

Bei aktuellen Fotosensoren fangen die einzelnen Pixel entweder Rot, Grün oder Blau auf. Dabei sind die Hälfte der vorhandenen Bildpunkte Grün-Detektoren, je ein Viertel für Rot und Blau zuständig. Die Anordnung beruht auf der so genannten Bayer-Matrix, die nach seinem Entwickler, dem Kodak-Techniker Bryce Bayer, benannt ist. Eine Software rekonstruiert das Bild aus den RGB-Informationen, die der Sensor liefert. Nahezu jede Digitalkamera ist heutzutage mit dem 1975 patentierten Bayer-Sensor ausgestattet. Der nun entwickelte, hochempfindliche Sensor beinhaltet zusätzliche panchromatische Sensoren, die nur die Helligkeit registrieren. Ein Zwölf-Megapixel-Sensor enthält dabei sechs Mio. panchromatische Pixel, drei Mio. grüne und je 1,5 Mio. rote und blaue Pixel. Mithilfe eines speziellen Software-Algorithmus wird wiederum das Farbfoto errechnet, erklärt DeLuca. Die verwendete Software ist natürlich etwas umfangreicher als jene von Bayer. Die Integration in bestehende Kameratypen sei allerdings problemlos machbar. Große Adaptionen seien nicht nötig, erläutert DeLuca.

Die ersten fertigen Sensoren mit der neuen Technologie wird es 2008 geben. Kodak plant sie auf zwei Arten zu vermarkten. Zuerst werden die Sensoren natürlich in Eigenprodukten verbaut. Schließlich will man die Technik samt Software auch anderen Kameraherstellern anbieten, so DeLuca. Diese Lizenzpolitik soll dem ehemaligen Riesen auf dem Sektor für Filmmaterial als festes Standbein dienen. Aufgrund der Neuausrichtung des Konzerns auf Digitalfotografie musste Kodak kürzlich einen erheblichen Rückgang beim Marktanteil hinnehmen. Wann Digitalkameras mit dem neuen Sensor am Markt erhältlich sein werden, konnte Kodak auf Anfrage von pressetext nicht sagen.

Branchenexperten betrachteten Kodak in der Vergangenheit skeptisch. "Kodak hat über sein Portfolio gewacht, jedoch muss man letztendlich auch etwas Neues entwickeln, um weiterhin erfolgreich zu sein", sagt Chute. Laut Analysten könnte der Digitalkamera-Markt neuen Schwung durch neue Technologien gut gebrauchen. Obwohl der Sektor aktuell dank der Regionalmärkte Osteuropa, Lateinamerika und Asien noch gute Zuwächse verbuchen kann, sieht IDC den Abwärtstrend bereits kommen. "Der deutsche Markt für Digitalkameras ist inzwischen rückläufig. Der Höhepunkt lag im Jahr 2005 bei 7,43 Mio. verkauften Stück. Für 2007 wird eine Menge von 6,7 Mio. erwartet", so ein Sprecher des Branchenverbands BITKOM http://www.bitkom.org auf Anfrage von pressetext. Die Gründe hierfür liegen in der Marktsättigung sowie in der Konkurrenz der Fotohandys. (Ende)
 
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Hi,

manchmal braucht man aber den Blitz nicht, weil zu wenig Licht da ist, sondern weil zuviel Licht an der falschen Stelle ist. Bitte also nicht sofort alle SB-600/800 wegwerfen.

Ich liebe diese tollen Meldungen.

Egal ... gut ist auf jeden Fall, dass sich mal wieder was an der Technologiefront tut

Ciao
HaPe
 
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HaPeRieger schrieb:
manchmal braucht man aber den Blitz nicht, weil zu wenig Licht da ist, sondern weil zuviel Licht an der falschen Stelle ist. Bitte also nicht sofort alle SB-600/800 wegwerfen.
jup, daher wäre mir mehr Dynamik wesentlich wichtiger als Rauscharmut...

lg
 
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Gar nicht dumm.
 
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foxmulder schrieb:
Oder auch: Bewährtes Prinzip!

Macht das denn schon jemand, Dirk?
Bisher fällt mir nur Bayerpattern und Foveon, aber keine Mischform aus Bayer und monochromen Helligkeitssensoren. Fuji hat doch auch Bayerpattern, nur mit großen und kleinen Sensoren, oder irre ich mich?
 
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volkerm schrieb:
Macht das denn schon jemand, Dirk?
Eijeijei, dann habe ich dein 'Gar nicht dumm' mißverstanden. Ich war davon ausgegangen das du auf das menschliche Auge anspielst, in dem - ganz vereinfacht gesagt - die Farb- und die Helligkeitswarnehmung auf Zapfen und Stäbchen verteilt ist. Ganz genau betrachtet ist es zwar komplexer, aber eine gewisse Ähnlichkeit des Prinzips ist schon zu erkennen.

Gruß
Dirk
 
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Danke für die Erklärung, Dirk. Den Zusammenhang kannte ich nicht und bin ganz beeindruckt, welch clevere Lösungen die Natur findet, wo wir Ingenieure uns was abgucken können. :up:
 
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Nix Halbes und nix Ganzes, würde ich sagen. Was das Hellrauschen (das Q-Wort habe ich mir abgewöhnt hier im Forum) betrifft, so werden höchstens 50% mehr Photonen eingefangen. Das sind nicht ´mal 2/3 Stufen. Der Preis dafür sind wahrscheinlich stärkere Farbsäume an Schwarz-Weiß-Übergängen und eine geringe Anzahl von zur Verfügung stehenden RAW-Konvertern.

Das mit der Verminderung des Dunkelrauschens ist eine feine Sache, aber selbst wenn ich das Dunkelrauschen komplett eliminiere bin ich damit nicht unendlich empfindlich. Da unten sind einfach keine Tonwerte. Die Aussage von zwei Stufen halte ich für sehr übertrieben, denn 4/3-Stufen ist die Rauschreduktion sicherlich nicht wert.

Ja, ich wünsche mir technologische Verbesserungen beim Sensor, aber nicht solche halben Sachen. Aber wenn man genau hinschaut,

... jedoch muss man letztendlich auch etwas Neues entwickeln, um weiterhin erfolgreich zu sein ...

ist offensichtlich, woher der Wind weht. Meiner Meinung nach muss man nicht etwas Neues entwickeln um erfolgreich zu sein, sondern etwas Besseres. Letzteres sehe ich allerdings nicht. Das ganze erinnert mich ein bisschen an die Geschichte vom Hasen und Igel: Wenn die Foveon-Leute ihre Kinderkrankheiten im Griff haben, können die immer sagen: "Bin schon da!" Und der Bayer-Hase rennt und rennt...

Gruß,
Burkhard
 
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HaPeRieger schrieb:
Hi,

manchmal braucht man aber den Blitz nicht, weil zu wenig Licht da ist, sondern weil zuviel Licht an der falschen Stelle ist. Bitte also nicht sofort alle SB-600/800 wegwerfen.
Gerade Heute habe ich mir den SB 800 bestellt, so ein Misst.
 
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Retina schrieb:
Was das Hellrauschen (das Q-Wort habe ich mir abgewöhnt hier im Forum) betrifft, so werden höchstens 50% mehr Photonen eingefangen.

Ich steh gerade auf der Leitung. Wie hast Du das gerechnet?

Meine vereinfachte Rechnung wäre so, daß zum Photonensammeln eine panchromatische Zelle quasi drei Zellen mit Farbfilter entspricht (R+G+B). Mit R+G+B und drei panchromatischen Zellen (=insgesamt 6 Photozellen) sammle ich dann so viel Photonen ein wie sonst mit ansonsten mit 12 RGB Zellen. Das wären dann +100% Photonen. Hab ich mich verrechnet?
 
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Die Auflösung dürfte dann allerdings unter dieser Technik leiden.
Da kann man dann doch auch gleich einen rauscharmen Chip mit weniger Pixeln nehmen.
 
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HaPeRieger schrieb:
... gut ist auf jeden Fall, dass sich mal wieder was an der Technologiefront tut

Man sollte nicht alles, was als neue Technologie gebracht wird auch gleich begeistert feiern. Das Patent zum Bayer-Pattern ist nun abgelaufen, Kodak sucht neue Einnahmequellen. Schätze, dass eher daher der Wind weht.

Kai
 
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In erster Näherung könnte man sagen, dass der Farbfilter 2/3 des Lichts wegwirft. Für den grünen könnte die Effizienz etwas besser sein, sagen wir also es wird dort nur die Hälfte weggeworfen. Wenn beispielhaft zwei Pixel betrachte, einen pangalaktischen Donnerpixel und den konventionellen mit Farbfilter, dann werden im konventionellen 100% aufgefangen, im panchromatischen 200%, macht im Schnitt 150%. Viel mehr Luft dürfte da wohl nicht sein, oder?

Gruß,
Burkhard

edit: Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo zwischen Deiner und meiner Abschätzung also vielleicht gute 2/3 Stufen...
 
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das problem is nur das man beim neuen doppelt soviele pixel (8) braucht um die farbinformation zu erhalten wie beim bayer-pattern (4)
ganz zu schweigen davon das man am neuen sensor durchgehende linien belichten kann die nie die volle farbinformation enthalten.
 
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Ja klar. Spätestens wenn man mal ein Bild vom Foveon-Chip gesehen hat, wünscht man sich das Bayer-Interpolieren in Rente. Jetzt kommt es noch schlimmer: nach wie vor wird ein großer Teil des Lichts weggefiltert. Die Farbauflösung ist mMn indiskutabel, verschmiert und voller Artefakte. Sogar Kodak gibt dies indirekt zu und bietet die revolutionären 12MP für's Telephon an. Ich glaube, in einer ernsthaften DSLR werden wir diesen Chip nicht sehen, zum Glück.


Viele Grüße

Carlsson
 
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Hallo Carlson,ich glaube wir brauchen uns in der Richtung keine Sorgen machen.Klappern gehört zum Handwerk und an Sony muss man erst einmal in der Sensortechnik vorbeikommen.
Kodak hat schon oft etwas unternommen und wieder aufgegeben.
Unsere Nikons werden schon das Beste vom Besten bekommen,da mach ich mir keinen Kopf.
Gruss Ekke
 
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