Morgens zu fotografieren heißt nicht, nur statische Motive zu fotografieren. Von sehr kalten Herbstmorgenden abgesehen, sind die Tiere auch am Morgen schon aktiv. Manche sind es sogar
nur am Morgen.
Es ist das weiche Licht und die oft herrschende Windstille, die viele Makrofotografen morgens losziehen lässt. Denn kein Wind heißt, dass ein Stativeinsatz und lange Verschlusszeiten mit viel Tiefenschärfe möglich ist und das bei niedrigen ISO-Werten für möglichst geringes Rauschen (bei mir werden fast alle Makros mit ISO 100 gemacht). Auch spezielle Dinge wie Fokusstackings sind nur möglich, wenn kein Wind geht.
Letztendlich bin ich auch nicht nur für Insekten morgens unterwegs, auch Amphibien und Reptilien zeigen sich morgens in einem schöneren Licht, als im späteren harten Licht am Tag.
Für mich ist bei einem Makro auch der Hintergrund wichtig. Nicht immer sind die Bedingungen gut aber wenn es Chancen auf einen schönen Hintergrund gibt, dann morgens oder abends.
Und ja...es ist natürlich so: Man kommt ihnen morgens oft näher, als das am Tag möglich wäre... Vorteil: Keine nachträglichen Ausschnitte notwendig und daher minimales Rauschen und maximale Bildqualität. Trotzdem heißt es, dass man sich meist im Zeitlupentempo auf das Tier zubewegen muss, denn sonst sind sie weg. Wenn man längere Zeit so dicht vor dem Motiv sitzt, reicht oft schon die abstrahlende Wärme des Fotgrafen und sein Atem, dass die Tiere auf Betriebstemperatur kommen.
In der Freizeit morgens um 05:30 aufzustehen und mit Stativ loszuziehen und viel Geduld das Stativ richtig vor dem Motiv zu plazieren ist, ist nicht jedermanns Sache und das kann ich auch verstehen.
Neben den manchmal etwas trägeren Tieren, dem weicheren Licht und weniger Wind, genieße ich auch einfach die besondere Stimmung, wenn man so früh in der Natur unterwegs ist. Keine anderen Menschen, dafür oft begegnungen mit Hirsch, Fuchs&Co und die stehen bei mir ja auch auf der "Abschussliste"....
Gruß
Heiko