Für uns Bewegungslegastheniker kam ein solcher Fußmarsch natürlich nicht in Betracht...
Für uns ging es auf bescheidener Piste weiter durch weitere Lavafelder, welche wieder mit spitzen Steinen nach der Luft in unseren Reifen trachtete
Bei den Lavafeldern ist es interessant zu sehen in welchen Strukturen die Lava erhärtet
Eben noch floss sie mit munteren Hüftschwung ums Eck, dann plötzlich verfällt sie in Schockstarre...
Und erster, zaghafter Bewuchs erobert sich das Terrain zurück
Noch immer sahen wir keine anderen Fahrzeuge. Wir hatten die Piste für uns ganz allein.
Die Landschaft wechselte ihr Ansehen, die Lava verschwand, nur noch vereinzelt ragte das Magma wie Mauswurfshügel aus der Erde
Ein bisschen erinnerte mich die Gegend nun an Dänemarks Nordseite
Am Myvatn schlugen wir unser Camp auf. Der See heißt nicht umsonst Mückensee. Abertausende von kleinen, nervigen Fliegen umkreisten einen, sobald man aus dem Auto stieg. Ich war froh, das ich die Mückennetze aus Schottland dabei hatte.
Am Abend füllte sich der Campingplatz mit vielen jungen Leuten in den ganzen Leihcampern. Die Friday for Future Generation saß in ihren Autos mit laufenden Motor, um eine Heizung zu haben.
So etwas habe ich zuvor noch nie in dem Ausmaß erleben müssen. Das war nicht der Einzelfall, sondern eher die Regel.
Irgendwann klappten sie dann ihre Dachzelte auf und krochen in ihre Schlafsäcke.
Wir erkunden ein bisschen die Gegend um den Myvatn. Die kleinen Fliegen sind sofort zur Stelle und bevölkern auch die
Linse vom Objektiv. Es ist schwierig ein Bild zu machen. Mit der Kamera herumfuchteln, schnell in die Richtung halten und abdrücken.
So hat man ab und an ein Bild welches nicht nur aus schwarzen Flecken besteht...
Wir schauen uns ein paar heiße Quellen in der Gegend an. Der schwefelige Geruch und die schlammblubbernden Becken laden jedoch nicht gerade zum baden ein...
Auf unserer Weiterfahrt in Richtung Küste werden gerade ein paar Schafe umgesiedelt.
Ich zitiere hier mal aus meinem Reisebericht, der gerade in der mache ist: Die gesamte isländische Kavallerie war zusammen mit einigen Bodentruppen nebst Hunden zu dieser Aufgabe angetreten. Die Schafe waren sicherlich etwas irritiert durch ihre Unterzahl. Die Reiter ritten mit ernster Miene und Cowboyhut auf und ab, wobei ihre Steigbügel fast auf der Erde schliffen, da die Ponys so klein waren. Die Straße selber war zusätzlich vollgestopft mit Zugfahrzeugen nebst Anhängern für die Pferde und den Autos der Mütter, welche ihre Sprösslinge vom Reit- bzw. Treibausflug wieder abholen wollten. So kam der Verkehr für eine längere Zeit in beide Richtungen komplett zum Erliegen. Jeder rumänische Wanderhirte hätte vor Lachen wahrscheinlich Hodenhochstand bekommen...
Aber die Kinder hatten sichtlich Spaß an dieser Aufgabe.
An der Küste angekommen, kamen wir bald nach Husavik und führen dann weiter nach Akureyri, der Hauptstadt des Nordens. Die Ampeln in der Stadt zeigen beim roten Lichtsignal ein Herz. Für isländische Verhältnisse ist die Stadt mit ihren achzehntausend Einwohnern recht groß und bietet gute Einkaufsmöglichkeiten. Bei unserer Weiterfahrt kamen wir an einer Supermarkttankstelle vorbei, wo wir die Dieseltanks für 210 ISK statt den sonst üblichen 237 ISK pro Liter auffüllen konnten
Von Akureyri aus führen wir nordwärts die Küste hinauf und gelangten nach Siglufjörður, der nördlichsten Stadt Islands
Das war der schönste Ort, den ich bisher auf Island gesehen habe.
Hier noch ein paar Eindrücke von der Fahrt dorthin
Früh übt sich, was mal ein echer Isländer werden möchte...
Wir folgten weiterhin der Küste und suchten uns irgendwann einen Campingplatz für die Nacht
Vorgebucht haben wir nie etwas. Wir sind jeden Tag drauflosgefahren und haben geschaut wohin es uns führt
Auf flott zu fahrenden Schotterpisten ging es weiter Richtung Westfjorde. Es gab imer wieder neues zu entdecken, mal war es einfach nur die schöne Landschaft, dann mal wieder ein toller Wasserfall.
Unterwegs trafen wir auf ein junges Pärchen mit ihrem Miet-Camper. Sie hatten sich einen spitzen Stein in den Reifen gefahren. Einen Ersatzreifen hatten sie wohl, aber das Werkzeug im Fahrzeug war ungeeignet die Schrauben der Felge zu lösen. Mit unserem Werkzeug war das Problem schnell gelöst und alle fuhren weiter ihrer Wege.