Moin
Muss ein tolles Erlebnis gewesen sein, deine Ausdauer hat dich auf jeden Fall gelohnt. Bist du sicher, dass er auch wirklich über 450 kg wiegt! Haben die einmal im Jahr ein offizielles wiegen...wie beim Boxen?
dieser war zumindest keiner der grossen Drei. Nachdem ich die Aufnahmen dem zustaendigen Biologen und zwei Leuten eines Baerenprojekts dort gezeigt habe meinten die, dieser duerfte irgendwo zwischen 325-375kg gewogen haben. Bis Oktober/November, wenn er schlafen geht, kommt noch was dazu.
Die drei bestaetigten wurden tatsaechlich gewogen. Wann immer es zu Mensch/Baerkonflikten kommt, wird erstmal versucht das Ganze friedlich mit Vergraemung zu regeln (Gummigeschossen, Hunde, Knaller). Reisst ein Baer dann zum Beispiel weiter Nutztiere oder verhaelt sich sonst ungewuenscht, wird er auch mal eingefangen, so wie hier:
http://www.mountainviewgazette.ca/a...vg/grizzly-bears-captured-northwest-of-sundre
Da kann man auch recht gut die Dimensionen von so einem Tier sehen, im Liegen reicht er dem nicht gerade schmaechtigen Mann bis zu Huefte.
Wenn man dann noch bedenkt, dass das Tier im Mai mit 320kg gefangen wurde und gerade zwischen 20-30% Gewicht beim Pennen verloren hat, kann man davon ausgehen, dass dieser hier im Herbst auch die 400kg ankratzen koennte.
Fuer diese 'Problembaeren' hat man eine Region hier in Suedwestalberta gefunden, in der sie dann ausgesetzt werden, der naechste Ort ist etwa 200km entfernt. Ich bin in die Region urspruenglich gefahren mal gefahren um Woelfe zu suchen, dann liefen da ganz schoen viele und ganz schoen grosse Baeren rum und ich hab angefangen Fragen zu stellen.
Einige Baeren sind schon wenige Tage wieder da wo sie urspruenglich herkamen, andere bleiben in der Region und koennen in Ruhe zu Groessen wie der von diesem Brocken anwachsen. Ein Baer wie dieser ist irre schnell und im Juni hab ich einen dabei beobachtet, wie er Hirsche gejagt hat, bergauf schneller als runter.
Aufnahmen sind da wie gesagt selten, aber statt hier irgendwo im Park einen Baeren zu fotografieren, der von 100 Leuten bedraengt wird, seh ich lieber drei Tage nichts und hab dann mal eine Stunde oder mehr alleine mit einem Baeren wie diesem. Das es dann so ein Riese ist, ist einfach nur die Belohnung fuer all die Geduld und eben Ausnahme.
Ich hab danach drei Tage Tennisarm gehabt, weil ich auch am naechsten Tag auf der sechs Stunden Fahrt nach Hause wie ein Irrer nonstop die Beckerfaust gemacht hab weil ich mich so gefreut hab :winkgrin:
wunderschön! :up:
welche strecke hat denn das tier zurückgelegt in den 8 stunden?
Nicht viel, ich hab mit dem Auto laut GPS 8.7km zurueckgelegt, ich denke er mit hier kurz rumbuddeln, dann da noch mal hinlaufen denke ich um die 10km. Zu der Zeit gibt es massig Beeren und wenn er was Totes wittert, ist eh keine Eile angesagt. Was auch immer das ist, nimmt er sich dann.
Woelfe sind mit ihrem Trab da weitaus beeindruckender, ich bin Woelfen gefolgt die haben in 7-8 Stunden locker 70km zurueckgelegt auf dem Weg von einer Familie zur naechsten. Wenn man von denen eine frische Spur findet, muss man in der Regel den Suchradius um einiges groesser machen als bei Baeren.
... und verwunderlich, wie viele andere Touris bar jeder Vorsicht versuchten, sich zu Fuß mit ihren Handys noch näher heranzuschleichen. Lebensmüde!
Es wird von Jahr zu Jahr bekloppter, gerade Jasper ist mittlerweile ein Irrenhaus geworden und ich fahr zu dieser Zeit hoechstens nur durch. Das reicht in der Regel schon aus um 20-30 Leute auf der Stelle fuer ihre Dummheit umboxen zu wollen.
Mittlerweile wird jedes Jahr von neuen Dummheiten gewarnt, hier war die Frau wenigstens noch im Auto. In Jasper dieses Jahr dutzendfach von Leuten zu Fuss beobachtet, 3m neben dem Kleine einer 200kg Grizzlymutter...
http://metronews.ca/news/calgary/13...canada-issues-grizzly-warning-at-lake-louise/
Man muss aber dazu sagen, dass es unter den Einheimischen ebenso viele Idioten gibt, die Besuchern so eine Scheisse vormachen, so dass die denken, wenn der das kann/darf/macht,...
Da wird der Kopf wirklich komplett ausgeschaltet und alles vergessen. Ein befreundeter Beamter von Parks Canada in Jasper durfte schon mal einen Touri vom Highway kratzen, der vor einem Baer weg direkt unter einen 40-Tonner gelaufen ist. Ein Toter, zig Leute unter Schock und das Tier hat noch nicht mal was gemacht.
Dank der Harperpolitik wird sich auch wohl nichts dran aendern. Banff hat mittlerweile zweistellige Steigerungen der Besucherzahlen, die Einheimischen und Besucher streiten sich nur noch wegen des Verkehrskollapps, dass die lokale Grizzlypopulation nebenbei zusammenbricht, interessiert kein Schwein. Obwohl die bei Umfragen als Hauptgrund fuer den Besuch von Leuten im Park angegeben werden. Ist schon zum Heulen, wie die Natur hier ausgebeutet wird.