Wenn's so wäre, dann sind alle klassischen Musiker Nachpfeifer, ebenso Horden von Impressionisten, Architekturphotographen und nicht zu vergessen die ganzen Covermusiker... Obwohl, die schon.
Dennoch, der Fotograf ist nur Zweitverwerter. Denn die „Gesten der Hoffnung“, wie du sie in diesem Thread nennst, sind alle von den Bildhauern geschaffen, es ist deren Kunst.
Völlig richtig. Und ich bin mir dessen auch stets bewusst. Aber mal abgesehen davon, dass ein Photograph generell "nur" ein Zweitverwerter ist - gegenstandslose Experimentalbilder hier mal aussen vor gelassen - lautet mein Grundgedanke bei der Herangehensweise, Respekt: der Versuch, das schöpferische Werk eines Anderen zu interpretieren und ihm dennoch gerecht zu werden.
Sehr interessante Anmerkung. Nach eingehender Überlegung muss ich zugeben, dass mich bei dem Motiv auch mehr Bauch und Hüftlinie fasziniert haben, als die Geste.
Das Thema: sind Fotos von Kunst noch Kunst oder Plagiat hatten wir vor längerem schon einmal.
Bei diesen Beispielen, wo Ausschnitte gewählt und mit Licht und Perspektive garbeitet wird finde ich eindeutig: das vorhandene Material wird neu verarbeitet und damit zu einer neuen Schöpfung.
Bei Fotos von 2D-Kunst (Gemälden) sehe ich das genau anders.
Wenn David hier, wie wir alle hin und wieder, nur Zweitverwerter ist, dann hat er das Kunstwerk aber schön aufbereitet.
Besonders 5, 7 und 8 gefallen mir hierbei am besten. Durch seine neue Interpretation, insbesondere durch das Spiel mit Licht und Schatten, durch die Reduktion auf S/W entstehen neue Kunstwerke, die den ursprünglichen Künstler bestimmt zur Diskussion und zum Nachdenken anregen würden.