Am nächsten Morgen geht's wieder früh los, und als die Sonne eben über die Baumwipfel klettert, steht eine Giraffe goldrichtig.
#22 Giraffe im Morgenlicht
Auf dem Weg zur Mokoro-Station umtänzelt uns ein junger, verspielter Schabrackenschakal. Er weiß, wie Fotografen sich das vorstellen: Er kommt auf uns zugetrabt, erst links vom Auto, dann dreht er ab und wieder um, nähert sich erneut, diesmal rechts vom Auto. Und dann bleibt er stehen und guckt sich das Ganze ohne Scheu aus der Nähe an. (Nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal wünsche ich mir ein Zoom …)
#23 Junger Schabrackenschakal
Dann geht es aufs Wasser. Das traditionelle Transportmittel im Okavangodelta ist das Mokoro, der Einbaum, der früher aus dem Stamm der Leberwurstbäume gefertigt wurde, heute aber zumeist aus glasfaserverstärktem Kunststoff besteht. Die langen, schmalen Boote haben einen flachen Boden, der gut auch über Wasserpflanzen und Schlinggewächse hinweggleitet, und bieten zwei Personen Platz. Am Heck steht oder sitzt der "poler", der die ganze Fuhre mit einer langen Stange und viel Geschick vorwärtsstakt. Auf diese wunderbar lautlose Weise kommt man an eine ganz besondere Perspektive, und neben Riedfröschen, Riesenspinnen und vielen Vogelarten entdecken wir auf unserer Tour auch einen Elefanten.
#24 Seerose
#25 Mit dem Mokoro unterwegs im Delta
Nach unserer morgendlichen Fahrt klettern wir wieder ins Auto. Und stoßen prompt auf eine Leopardin mit zwei Jungen, von denen sich eins sehr erfolgreich im Gebüsch versteckt hält; das mutigere kommt ab und an mal zur Mutter gelaufen.
#26 Leopardin mit Nachwuchs
Plötzlich ist Unruhe. Mit einem kurzen Zischen weist die Mama das Kleine an, schleunigst wieder ins Baumversteck zu verschwinden, und wittert. In der Richtung, in die sie langsam geht, taucht plötzlich eine Hyäne auf. Die hat wohl die Reste der Fleischmahlzeit gerochen, die die Leopardin für sich und ihre Jungen in den Schatten gezerrt hat, und würde die Beute gern für sich beanspruchen. Die Leopardin macht deutlich, dass das nur über einen Kampf geht – aber sie hat schlechte Karten: Entweder muss sie die Beute im Stich lassen oder ihre Jungen. Die Entscheidung bleibt ihr erspart, denn der Tüpfelhyäne ist doch nicht recht nach einer Auseinandersetzung. Nach einigen spannungsgeladenen Minuten räumt sie freiwillig das Feld. Puh!
LG Sandra