Formal korrekte Bildgestaltung?

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X-User

NF Mitglied
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Hallo zusammen,

das nachfolgende Bild zeigt meinen Versuch, formale Bildgestaltung als Teil der kunstvollen Bildgestaltung in der Praxis umzusetzen.



Was waren meine Ziele?

1) Einfachheit: Klare geometrische Strukturen
2) Hintergrund: Auswahl eines ruhigen Hintergrundes
3) Gruppierung: Bildung von Gruppen gleicher Strukturen

Frage: Gilt es an dieser Stelle schon als Kombination von Gruppen, wenn die Türme sowie die Turmunterbauten als je eine eigenständige Gruppe betrachtet werden?

4) Hierarchiebildung durch Perspektive von links nach rechts
5) Wenige, zueinander harmonische Farben, um Ruhe im Bild zu erhalten
6) Raumwirkung und Tiefe: leider wenig bis gar nicht zu erkennen

Frage: Welche gestalterischen Mittel wären hier geeignet gewesen, um mehr Tiefe zu erreichen?

7) Aufnahmeformat: Inzwischen glaube ich, dass das Hochformat besser geeignet gewesen wäre, um die senkrechten Linien zu unterstützen...

Vielen Dank für konstruktive Kritik.

Der X-User
 
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3) Gruppierung: Bildung von Gruppen gleicher Strukturen
Frage: Gilt es an dieser Stelle schon als Kombination von Gruppen, wenn die Türme sowie die Turmunterbauten als je eine eigenständige Gruppe betrachtet werden?
Man könnte dich für einen Mathematiker halten, wenn es nicht so inkonsistent wäre... Warum willst du hier etwas gruppieren, was verstehst du unter einer Gruppe? Gleichförmige strukturen Bilden hier jeweils nur die Türme und die Unterbauten.

Frage: Welche gestalterischen Mittel wären hier geeignet gewesen, um mehr Tiefe zu erreichen?
Tiefe erreichst du z.B. durch das Staffeln der Bauten, wenn sie sich ein wenig überlagern und ihre Anordnung so deutlicher wird.


Edit: links ist das Bild sehr leerund wirkt unausgeglichen... das würde ich wohl enger beschneiden... rechts hätte der Freiraum harmonischer gewirkt.
 
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Das einzige was mir auf den ersten Blick auffällt sind Halo's rund um die Rauchfänge, welche vermutlich von übertriebener Aufhellung mittels Active D-Lighting oder HDR Bearbeitung herrühren.

Künstlerisch erscheint mir das Bild im übrigen nicht, viel eher etwas verkrampft.

LG

Wolfgang
 
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Hallo X-User.
Erstmal ein Herzliches Willkommen in diesem Irrenhaus. Dein Bild hat was. Darf es bearbeitet werden?

Also ich würde oben etwas mehr Raum geben. Ein Bild muß nicht immer 2 zu 3 sein, im gegenteil würde ich dieses im Quadrat anlegen.

Den Rest müßte ich mit Photoshop mal testen, kann ich so nicht wiedergeben.
 
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Welche gestalterischen Mittel wären hier geeignet gewesen, um mehr Tiefe zu erreichen?

Selektive Unschärfe durch Verwendung einer grösseren Blendenöffnung. Wahl eines schrägeren Aufnahmestandpunktes, der eine tiefere Staffelung der Objekte ermöglicht. Ist aber auf der Stadtautobahn wohl nicht so ohne Weiteres, zu realisieren.

PS: Du hast Dich bei der Ausrichtung des Motivs zu deutlich an der Mittelachse orientiert, wodurch sich der rechte Turm, wahrnehmbar nach links neigt.
 
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[...]Gleichförmige strukturen Bilden hier jeweils nur die Türme und die Unterbauten.

Danke. Das sehe ich genauso.

Tiefe erreichst du z.B. durch das Staffeln der Bauten, wenn sie sich ein wenig überlagern und ihre Anordnung so deutlicher wird.

Das Überlagern der Bauten ist ein hilfreicher Tipp. Danke.

Edit: links ist das Bild sehr leerund wirkt unausgeglichen... das würde ich wohl enger beschneiden... rechts hätte der Freiraum harmonischer gewirkt.

Diese Wahrnehmung teile ich auch. Danke. Ein wertvoller Tipp. Insgesamt danke für die gute Kritik Wocket.


Künstlerisch erscheint mir das Bild im übrigen nicht, viel eher etwas verkrampft.

Mit dieser Aussage kann ich nichts anfangen.

Kannst du bitte erklären, anhand welcher Kriterien ich ein "verkrampftes Bild" identifizieren kann?


Also ich würde oben etwas mehr Raum geben. Ein Bild muß nicht immer 2 zu 3 sein, im gegenteil würde ich dieses im Quadrat anlegen.

Den Rest müßte ich mit Photoshop mal testen, kann ich so nicht wiedergeben.

Hallo Joe, danke für den Tipp. Links und oben mehr Freiraum. Ja, das ist der bisherige Konsens aus der Kritik. Allerdings ist dein Vorschlag mit dem Quadrat auch eine interessante kreative Idee.
In Photoshop habe ich dieses Bild selbst noch nicht gehabt. Nur für die Bereitstellung in diesem Forum habe ich es kurz durch CNX geschubst - eher lieblos - ich gebe es ja zu. Bei ernsthafter Bildfinalisierung arbeite ich auch nur mit Photoshop.


Hallo comabird, danke auch für deine Kritik. Die Änderung des Aufnahmestandpunktes ist bei diesem Motiv in der Tat etwas schwierig Ansonsten hätte ich die Möglichkeit, evtl. noch mit Neigung und Mittelachse zu experimentieren.
 
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Danke. Das sehe ich genauso.
Da bin ich nicht sicher. Habe mich evtl. uneindeutig ausgedrückt. Die Türme ohne Unterbau bilden gleichartige Strukturen und alle Unterbauten ohne Türme bilden ebenfalls gleichförmige Strukturen.
Daher immernoch die unbeantworteten Fragen: Warum willst du hier etwas gruppieren? Was verstehst du unter einer Gruppe?
 
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Wenn Du es schon so formal willst: hättest Du den freien Raum statt links auf der rechten Seite gelassen, würde die Diagonale durch die Spitzen der Kamine in die obere linke Ecke laufen und dann wäre es konsequent.
 
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Da schließe ich mich Peter an. Es fehlt dem Motiv ein wenig Luft nach oben und nach rechts um die Diagonale zu betonen. Ein quadratisches Bildformat würde hier auf jeden Fall passen.
However: ich find´s gut, dass Du Dich (als Einsteiger?) mit der Bildgestaltung befasst - ein leider oft vernachlässigter Punkt.
 
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Hallo Wocket,

unter einer Gruppe verstehe ich mehrere Elemente in einem Bild mit gleichartigen (geometrischen) Strukturen. Beispiele: Die Stufen einer Treppe, Bäume in einer Reihe, gleichartige Fenster an einem Gebäude.

Habe ich in einem Bild mehrere Gruppen, zum Beispiel eine Reihe von Autos mit einer dahinter liegenden Reihe von Bäumen, so verstehe ich darunter die Kombination von Gruppen (als gestalterisches Mittel), welche harmonisch oder disharmonisch sein kann.

Ich möchte bei der Bildgestaltung darauf achten, nicht mehr als zwei oder drei Gruppen zu kombinieren, da anderenfalls meiner Meinung nach zu viel Unruhe in einem Bild erzeugt werden kann.

 
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Hallo Peter,

ja, im Moment möchte ich besonders darauf achten und daher ist dein Hinweis für mich sehr wichtig.

Ich versuche zu verstehen (und selbst anzuwenden), warum Werke harmonisch wirken und das Auge des Betrachters darin zielgerichtet "wandern" kann bzw. geführt wird und warum andere Aufnahmen desgleichen Motivs chaotisch wirken und das Auge des Betrachters verwirren. Ein wichtiges Mittel (aber nicht ein ausschließliches) scheint dabei die formale Bildgestaltung zu sein. Darin habe ich noch sehr großen Übungsbedarf.

Wenn Du es schon so formal willst: hättest Du den freien Raum statt links auf der rechten Seite gelassen, würde die Diagonale durch die Spitzen der Kamine in die obere linke Ecke laufen und dann wäre es konsequent.
 
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Hallo Wolfgang,

auch dir danke für dein - für mich - wichtiges Feedback. Wenn ich die Gestaltung mit so einfachen Strukturen nicht in den Griff bekomme, wie soll das dann erst bei komplizierten Strukturen aussehen? Daher möchte ich das Thema Bildgestaltung wirklich verinnerlichen.

Ich gebe dir vollkommen Recht mit der Luft nach oben. Die Diagonale von links oben nach rechts unten wäre dann eine "fallende Diagonale", richtig? Weil bei dem Bild rechts so wenig Platz ist, scheint es auf der rechten Seite ein Übergewicht zu haben oder nach rechts zu kippen. Das war jetzt schon die Feststellung mehrer Betrachter. Ein sehr wichtiges Feedback.

 
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...würde die Diagonale durch die Spitzen der Kamine in die obere linke Ecke laufen und dann wäre es konsequent.

Konsequent vielleicht, aber auch kompositorisch komplett konventionell, langweilig und ohne jegliche Überraschung. Dass sich der Leerraum der Aufnahme, entgegen der Erwartung, im linken Bereich befindet, verleiht ihr eine gewisse Spannung.
 
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Hallo,

zunächst mal auch von mir ein dickes "Daumenhoch" :up:, dass Du Dich mit Bildgestaltung beschäftigst. Die wenigsten von uns haben das gemacht und wenn man kein begnadetes Naturtalent ist (von denen es hier im NF-F auch einige gibt), dann lässt sich durch das Wissen und moderate Anwendung von formalen Aspekten der Ästhetiklehre vieles erreichen.

Trotzdem geht es den meisten Lesern hier wohl ähnlich wie mir: Irgend etwas stimmt mit Deinem Ansatz trotzdem noch nicht so ganz. Ich sag´ es mal salopp: "Aus einem Napfkuchen wird auch mit noch so vielen Kerzen keine Hochzeitstorte!" .

Es fängt IMO schon mit der Motivwahl an. Für ein Industriefoto ist zu wenig drauf, für ein rein graphisches Bild zu viel. Mein erster und dominanter Eindruck war: "Da fehlt unten etwas", was ich gerne sehen würde um mich auf dem Bild wohl zu fühlen. Erst wenn man für sich entschieden hat, auf dem Bild "spazierenzusehen", dann haben die formalen Aspekte eine Chance wirken zu können. Der Himmel und seine Farbe ist natürlich beeindruckend, der größte Teil der Motivfläche liegt aber im Schatten.

Es wurde mal versucht aus den Verkaufszahlen diverser Musik-CDs durch einen leistungsfähigen Computer das "ideale Musikstück" zu komponieren, von dem alle begeistert sind. Der Versuch scheiterte, soweit ich weiß, einigermaßen kläglich. Ähnlich wird es wohl mit den Bildästhetik sein. Erzwingen kann man nichts und ein eher mittelmäßiges Bild wird nicht besser, in dem noch ein paar formale Aspekte mehr angewendet werden.

Wenn Du Dir die Zeit nimmst eine Fotografie wirklich aufwändig zu konstruieren, dann würde ich (a) mit der Grundidee / der beabsichtigten Botschaft des Bildes anfangen, würde dann (b) ein taugliches Motiv (und Tageszeit, Standort, und, und) suchen und dann (c) das Bild so inszenieren, dass es auch psychologisch und seh-physiologisch den Bertrachter erreicht und Deine Botschaft transportiert. Keiner der drei Punkte scheint mit mehr oder weniger wichtig zu sein. (a) und (b) hast Du IMO etwas vernachlässigt.

Ciao
HaPe
 
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Ergänzend zu den Anmerkungen von HaPe empfehle ich Dir, auch ein Stativ zu benutzen. Das ist zeitaufwändiger, aber ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass ich dann nicht "sinnlos" drauf los knippse,:cam: sondern mir wirklich Zeit nehme um das Motiv einzukreisen und die richtige Perspektive zu finden.
 
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Irgendwann ist es gestalterisch formal korrekt, alles richtig belichtet und photoshopmäßig durchgenudelt bis zur Perfektion ...



... und wird dann gerade deswegen kein als gut empfundenes Foto sein. Menschen mögen den Bruch, das unperfekte, vielleicht weil ein Foto auch immer ein Spiegel ist den man dem Betrachter vorhält. Das wird sich erst ändern, wenn es mal neben der computergestützten Bildbearbeitung auch eine solche Bildbeurteilung geben wird.
 
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Formal korrekte Bildgestaltung? Ich kenne formal korrekte Verträge. Aber formal korrekte Bildgestaltung ist in meiner (kleinen) Welt ein Widerspruch in sich.

Das Bild gefällt mir, auch die Bearbeitung, ich würde es ein wenig begradigen und den leeren Raum links (wie Coma, schon anmerkte) so lassen.

Gruß Saffetti
 
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Formal korrekte Bildgestaltung? Ich kenne formal korrekte Verträge. Aber formal korrekte Bildgestaltung ist in meiner (kleinen) Welt ein Widerspruch in sich.

Wenn eine Parallele mit der Sprache gemacht werden kann - ist die Bildgestaltung wie die grammatikalischen Regeln. Aus dieser Sicht kann ein Satz formal korrekt sein aber inhaltlich dumm, flach ausser Kontext usw. Und es gibt formal falsche Ausdrücke die poetisch, kunstvoll wirken.

Gruß
venzip
 
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Aber das ist doch der nächste Schritt. Der TE hat doch gar nicht den Ansatz gehabt, ein "interessantes" Bild zu kreieren, sondern wollte nur die Wirkung (und Umsetzung) von formalen, gestalterischen Gesichtspunkten ausprobieren und lernen. Wenn diese verinnerlicht sind, dann kann man mit ihnen herumspielen und sie gezielt brechen. Diesen Weg muss man nicht gehen (und die wenigsten gehen ihn - leider auch ich nicht), aber praktikabel ist er allemal. Ein Jazzmusiker hat auch nicht gleich mit dem freien Improvisieren angefangen, sondern erstmal die (eher langweiligen) Grundlagen gebildet, auf denen er dann aufbauen kann.
 
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