Falsch gepolt?

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D90-Dirk

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Hallo zusammen,

nachdem ich hier so einige Bilder gesehen hatte, die mit einem Polfilter entstanden sind, dachte ich mir, ich leg mir auch einen zu.
Allerdings bin ich mir ein wenig im Unklaren, wie ich den nun einzusetzen habe.

Das mit dem reduzieren von Reflektionen ist mir noch relativ klar, denn den Effekt kann man im Sucher noch gut erkennen.

Beispiel:
(Die Bilder dienen nur zur Veranschaulichung)
geringer Effekt <-> großer Effekt


Man kann erkennen, dass durch Drehen des Polfilters, ein Teil der Reflektionen eliminiert werden kann, wenn auch nicht alle.


Bei der Belichtungsmethode "dynamisches Messfeld" hat das Reduzieren der Reflektionen auch Auswirkungen auf den Rest des Bildes.




Mein eigentliches Problem habe ich allerdings mit der sog. Farbverstärkung - beispielsweise beim Himmel.

Wenn ich einfach nur den Himmel fotografiere und den Polfilter auf maximale Abdunklung drehe, dann steuert die Belichtungsmessung dagegen und belichtet das Bild so, als hätte ich keinen Filter drauf.
Drehe ich den Filter jedoch so, dass das Sucherbild hell erscheint, speichere die Belichtungszeit und drehe dann den Fillter so, dass die maximale Abdunklung erreicht wird, erhalte ich den erwarteten Farbverstärkungseffekt.
Das Bild ist also eigentlich unterbelichtet.

ohne Messwertspeicher <-> mit Messwertspeicher


Nun wollte ich eigentlich keinen Vortrag halten, wie man eine Polfilter einsetzt, sondern eher das Gegenteil:

Wie verwendet Ihr den Polfilter, um einen Farbverstärkungseffekt zu erzielen?

Es wäre schön und hilfreich, wenn Ihr Eure Erfahrungen mitteilen würdet.

Grüße
Dirk
 
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Halt auf 18% reflektierendes Grau - wie eigentlich alle Messungen außer der Matrixmessung (AFAIK). Farbverstärkung kommt mir jetzt etwas seltsam vor - eigentlich wird ja nur Licht mehr oder weniger ausgefiltert, daß nicht in der Filter-Vorzugsrichtung schwingt. Die einzige Wirkung, die ich mir da vorstellen kann, wäre die eines Neutralgrau-Filters, und der wird vom Belichtungsmesser weggebügelt - soll ja auch nur die Verschlußzeit verlängernd beeinflussen. Aber ich lasse mich da auch gerne korrigieren ...

Gruß,
Ralf
 
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Ich würde empfehlen: vergiss das mit der Farbverstärkung, denn wenn Du gezielt *danach* suchst wirst Du's eher schwer haben.

Reflexionen werden ausgeschaltet - egal ob bei Glasscheiben oder beim Himmel oder beim Blattgrün. Nimmst Du die Lichtspiegelung mittels des Polfilters von einem Blatt, Grashalm, usw. bleibt nur die Farbe übrig (wenn Du Dir Deine Himmelsbilder anschaust dann siehst Du ja auch, dass die Wolken gleich hell sind).

Zur Belichtungsmessung: ja, die bringt je nach Filterstellung unterschiedliche Ergebnisse. Der aufgesetzte Polfilter kostet auch in einer Stellung in der er nicht filtert Licht - die Belichtungszeiten ändern sich aber deutlich wenn man den Filter in die "Arbeitsstellung" dreht. Das kann je nach Situation ein Fluch oder Segen sein.

Schilf über einer (spiegelnden) Wasseroberfläche, der Polfilter ist schon aufgesetzt:


FinePix S5Pro, 1/60s @ ISO 200; f/5.6, 180 mm DX

Gleiches Motiv, jetzt mit Polfilter bei voller Wirkung:

FinePix S5Pro, 1/15s @ ISO 200; f/5.6, 180 mm DX

Der Polfilter nimmt die Spiegelung auf dem Wasser die sehr hell ist (übrig bleibt das Braun des Moorsees) - und durch die viel längere Belichtungszeit erscheint das Schilfgrün natürlich wesentlich heller und kräftiger.

"Fluch und Segen" deshalb weil bei einer starken Abdunkelung des Himmels die Kamera natürlich ebenfalls länger belichten will (dem hast Du ja mit dem Meßwertspeicher entgegengewirkt) was dazu führen würde, dass Dir die schönen Wolken komplett überbelichtet werden.
 
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Je größer das Weitwinkel, umso schwerer wird das mit dem Polfilter. Der Polfilter hat nur in einen ganz begrenzten Winkel die optimale Wirkung. Bei deinem Schaufensterbild kann man das sehr gut sehen. Es gibt einen Bereich, da sind alle Spiegelungen eliminiert. Mit einem Normalobjektiv wäre die gesamte Scheibe frei von Spiegelungen gewesen.

Zur Farbverstärkung ... alles was wir sehen und was die Kamera aufzeichnet ist reflektiertes Licht und Reflektionen soll der Polfilter ja vermeiden. Auch zB.: die Blätter an einem Baum. Schaltet man mit dem Polfilter die Reflektionen aus sehen wir das satte grün.

Zur Belichtung ... schau mal in die Bedinungsanleitung deiner Kamera was da über Polfilter steht. Es gibt Belichtungsmesssysteme die nicht mit einem Liniarpolfilter klar kommen hier wird der Zirkularpolfilter benötigt - der ist teurer. Bei einem Aufgesetzten Polfilter würde ich immer die Mittenbetonte Messung bevorzugen. Da man Fotos mit Polfilter nicht mal so eben aus der Hüfte schießt sollte auch genug Zeit für eine Blendenreihe sein ...
 
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Ich habe einen Zirkular-Polfilter von Rodenstock im Einsatz. Der ist kompatibel mit der D90 - lineare können nicht verwendet werden.

Folgefrage:
Wann verbietet sich fü Euch der Einsatz eines Polfilters?

Grüße
Dirk
 
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Natürlich muss man dabei immer beachten, was alles im Bild ist; wenn Du nur den Himmel fotografierst, könnte ich mir schon vorstellen, dass beim Einsatz von Polfilter die Belichtungsautomatik auf das gleiche Ergebnis wie ohne Polfilter regelt.

Sonne im Rücken, aber stark reflektierende, helle Fassade mit zweifach gespiegelter Sonne. Da ist der Himmel dann nahezu schwarz geworden


 
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Hi,
Nikon schreibt in den Beschreibungen für die Zirkularpolfilter, dass man die mittenbetonte Integralmessung verwenden soll,da die Matrixmessung "möglicherweise nich korrekt belichtet". In diesen Beschreibungen sind auch Objektive aufgezählt, bei denen es mit Zirkularpolfiltern zu Vignettierungen kommt. Die Verwendung an AF18/2,8D, 18/3,5, 20/2,8, AF20/2,8 und PC28/3,5 ist überhaupt nicht möglich.
Mit starken Weitwinkeln (28mm und darunter) ist meistens die Verwendung eines Grauverlauffilters (Cokin) besser, weil die Wirkung des Polfilters von der Stellung zur Sonne abhängt und daher (bei Landschaftsaufnahmen) der Himmel einen unnatürlichen Farbverlauf in den Bildern hat.
Reinhard
wienku
 
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...und bei der Verwendung der monströsen Filterhalter von Cokin kommt's natürlich nicht zur Vignettierung... (von der optischen "Qualität" der Plastikscheibchen und der Braunverfärbung den sie produzieren mal ganz zu schweigen...)
 
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Hallo Reinhard,

danke für den Hinweis mit der Belichtungsmessung. Allerdings kann ich mich mit Grauverlaufsfiltern so gar nicht anfreunden, da mir erstens die Aufsätze zu groß sind und zweitens der lineare, horizontale Verlauf mir gar nichts bringt, wenn ich in erster Linie Gebirgslandschaften vor der Linse habe.

Die Vignettierung durch den Polfilter kann man in meinem Falle vernachlässigen, da der Rodenstockfilter sehr flach gebaut ist. Der ist kaum dicker als ein gewöhnlicher UV-Filter.

Grüße
Dirk
 
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...und bei der Verwendung der monströsen Filterhalter von Cokin kommt's natürlich nicht zur Vignettierung... (von der optischen "Qualität" der Plastikscheibchen und der Braunverfärbung den sie produzieren mal ganz zu schweigen...)

Hast du mal Beispiele zu der Braunverfaerbung? Ich hab mit den Cokin-Filtern sowas noch nicht erlebt.
Die Vignettierung wurde bei mir an DX erst bei dem Sigma 10-20mm unter 14mm zum Problem, ab da geht es.


Ich nutze sie hier in den Bergen sehr viel, da hilft oft einfach eine Kante suchen im Bild und dann den Filterhalter so drehen, dass der horizontale Verlauf nicht mehr horizontal ist.
 
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Vielleicht filtert der gute Rotkäppchen Rubin das ja wieder raus, oder mein Schleppi-Monitor ist eher :wuerg:, aber ich finde das eigentlich ganz ok - hast Du je den direkten Vergleich mit/ohne Filter gemacht?

Gut's Nächtle,
Ralf
 
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hast Du je den direkten Vergleich mit/ohne Filter gemacht?
Nö. Der Schock kam ja erst daheim. Aber glaub mir... die Wolken hatten halt einfach keine Braun/Grautönung. Heute ist mir klar, dass ich das in Lightroom mit einem Verlaufsfilter (ohne Effekt, nur leichte Blautönung) korrigieren kann... aber na ja... gleichzeitig ist es so, dass man bei Raw auch gleich den ganzen ND-Grad in Software anwenden kann
 
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Bist du ein Erbsenzaehler :winkgrin:
Ich habe zu Anfang auch einige Cokinfilter benutzt und hab mir da etwas schlimmeres drunter vorgestellt, zumindest sehe ich da keinen braunton.
Aber ich hab die auch an der D80 benutzt, koennte also sein, dass es wirklich am Sensor lag/liegt (wobei ich mir nicht die Muehe mache um jetzt zu gucken ob die D70/80 den gleichen Sensor nutzen).

Um auf die Eingangsfrage zurueckzukommen, wenn die Sonne richtig knallt, dann achte ich schon drauf im richtigen Winkel zur Sonne zu stehen, wenn es nicht moeglich ist das einzuhalten, dann muss ich einen Kompromiss finden. Ansonsten ist der Polfilter eben WYSIWYG, ueber die Belichtungsmessung hab ich mir da noch keine Gedanken gemacht, da ich bisher keine Probleme hatte und ehrlich gesagt gar nicht weiss was der Messwertspeicher ist oder wie ich ihn einsetzen kann/muss
 
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Bist du ein Erbsenzaehler :winkgrin:
Ich habe zu Anfang auch einige Cokinfilter benutzt und hab mir da etwas schlimmeres drunter vorgestellt, zumindest sehe ich da keinen braunton.
Dann geh mal mit einem Werkzeug Deiner Wahl auf die Wolken und schau die RGB-Werte an wenn Deine Sehkraft so schlecht ist. "Neutral" ist was anderes...

Aber ich hab die auch an der D80 benutzt, koennte also sein, dass es wirklich am Sensor lag/liegt (wobei ich mir nicht die Muehe mache um jetzt zu gucken ob die D70/80 den gleichen Sensor nutzen).
Die D80 hat den Sensor der D200.
 
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Hallo noch einmal,

vielen Dank für Eure Antworten und Beiträge. :up:

Für mich kann ich das Thema vorerst einmal abschließen und werde in meinem jetzt anstehenden Urlaub Erfahrungen sammeln.

In den nächsten drei Wochen werde ich endlich wieder mehr Bilder machen können und nicht nur darüber lesen, wie ich welche machen könnte

Grüße und bis demnächst.
Dirk
 
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