gestern war ich Bergwandern und fand dieses Motiv:
Geschätzte Entfernung zum Kreuz etwa 20 Meter, 130mm an DX, F/9.
Ich wollte das Kreuz, die Fichten und die Berge im Hintergrund scharf haben.
Auf das Kreuz fokussieren erschien mir zu nah, so habe ich auf die Fichten fokussiert, das Ergebnis befriedigt mich aber nicht (100%-Crop an D7100):
Hätte ich da stärker abblenden (f/18) oder auf das Kreuz scharf stellen sollen?
Habs mal kurz mit dem DOF Rechner ( http://www.gofred.de/snippets/DOF-Rechner.php) durchkalkuliert. Ergebnis von 20 m bis 1000 m scharf geht nicht. Zumindest nicht mit Blende 9. Mit Blende 18 übrigens auch nicht, die an DX wegen der Beugung schon grenzwertig ist. Auch mit Einstellung auf Hyperfocaldistanz hätte es nicht geklappt. Kleinere Brennweite oder kleinerer Sensor. Mit 50 mm hätte es geklappt.
Das ist das Kreuz mit längeren Brennweiten, gegen diese Wand läuft man auch mit noch etwas kleineren Sensoren. Möglicherweise könnte da eine Fokusreihe und Stacken helfen.
Leider muss man sich bei nur einem Schuss entscheiden, was man will. Details im Hintergrund oder vorne. Bei diesem dominierenden Vordergrund hätte ich heute den Fokus auf das Kreuz gesetzt oder einen Tacken dahinter, damit zumindest das Gras am Fuß des Marterls visuell scharf erscheint. Die Berge hätte man übrgens nie und nimmer so detailgenau abbilden können wie den Vordergrund, denn die Luftturbulenzen lassen über eine so große Entfernung keine Detailabbildung zu. Auch nicht mit einem Mini-Zwergensensor.
Ich meine auch: Falsch fokussiert, ja - auf dem Kreuz wäre die Schärfeebene besser aufgehoben gewesen. Und Blende weiter auf - selbst wenn der Hintergrund weich ist, gibt er dem Auge genügend Information, um zu wissen, was das ist. Zudem wirkt das Foto dreidimensionaler.
Ich glaube, Du hast vergessen, dass das 200 mm @ KB waren…
hast du mal berechnet, wie groß (oder besser wie klein!) die schärfentiefe bei dem 100%-crop ist? der dürfte doch mindestens einer brennweite von 1000 mm entsprechen. das problem mit dof-rechnern - und noch viel mehr mit dof-markierungen am objektiv - ist eben, dass sie sich auf eine normale fotogröße betrachtet aus normalem abstand (also z. b. ein fotoalbum aus 50 cm) beziehen. dieser zusammenhang geht selbstverständlich bei ausschnittsvergrößerungen verloren. das gesamtbild zeigt in der präsentierten größe dementsprechend noch ausreichende schärfentiefe.
Das Kreuz steht in Wirklichkeit ziemlich schief, nach links geneigt.
Beim Originalfoto habe ich nach Augeneindruck versucht, den Horizont so nach rechts zu drehen, dass das Kreuz einigermaßen gerade steht, es ist aber immer noch leicht nach links geneigt.
So habe ich das Ganze noch entsprechend gedreht:
Frage: Wäre ein Wirklichkeitsgetreue Abbildung besser gewesen?
ich halte es hier wie bernd: da das motiv nicht ohne focus stacking gesamtscharf werden kann (bzw. nicht auf 100%-ebene), fokus aufs kreuz und aufblenden - sonst wirds weder fisch noch fleisch.
das problem mit dof-rechnern - und noch viel mehr mit dof-markierungen am objektiv - ist eben, dass sie sich auf eine normale fotogröße betrachtet... beziehen.
und das führt zu behauptungen wie: AF ist doch am WW überflüssig; ab 4m abstand wird selbst bei f2.8 alles scharf...
selbst bei f16 ist es im (U)WW-bereich mitunter sehr schwierig, eine ausreichende schärfentiefe zu erzielen.