England: Pennine Way

Bis hierhin war ich 7 Tage unterwegs, von meiner Reiseagentur als Pennine Way Central bezeichnet. Ab hier sind es nun noch 5 Tageabschnitte bis nach Schottland.

Greenhead liegt direkt am Hadrian's Wall und die nächsten 1.5 Tage ging es am Hadrian's Wall entlang. Dieser Abschnitt ist der zentrale Abschnitt des Hadrian's Wall Path, der sehr beliebt zu sein scheint. Alle Wanderer die ich hier traf waren auf diesem unterwegs.


Thirwall Castle
Direkt aus Greenhead heraus geht es einen kleinen Anhang hoch auf dem die Ruinen von Thirwall Castle stehen. In den Zeiten als man sich hier noch mit den Schotten gekloppt hat, waren wehrhafte Häuschen angesagt. Praktisch war auch die Nähe zum Hadrian's Wall, aus dem viele der Steine stammen dürften.


Hadrian's Wall
Der Wall ist heute nur noch an wenigen Stellen so wie hier zu sehen. Im Hintergrund sieht man die natürlichen Cliffs, die nach Norden zeigen und schon von sich aus eine natürliche Barriere bilden.


Wachturm
In regelmässigen Abständen gab es Wachtürme, mehr als ein/zwei Schichten der Mauern gibt es aber nicht mehr zu sehen.

Tagesziel war heute schon nach 12km "The Twice Brewed Inn", ein etwas grösseres Inn aber mit eigener Brauerei. Und die Ales sind ziemlich lecker.


Fort Vindolanda
Nach der kurzen Etappe war heute noch ausreichend Zeit für Sightseeing, das römische Fort Vindolanda liegt nur wenig südlich des Hadrian's Wall (etwas östlich von Twice Brewed Inn) und hat neben der Ausgrabungsstätte noch ein Museum für die Funde.


Volunteers beim Spielen im Dreck
Am Rande des Areals waren etliche Freiwillige dabei weitere Gemäuer und die Dinge des täglichen römischen Bedarfs auszugraben.
 
1 Kommentar
ni27fo kommentierte
Das weckt Erinnerungen ... ... auch wenn wir damals nicht gewandert sind ...
 
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Nach einiger Verzögerung möchte ich meinen Bericht dann mal zu einem Ende führen. Ab Hadrians Wall sind es auch nur noch 3 Etappen, die ich in 4 Tagen gelaufen bin. Nach der Übernachtung im Twice Brewed Inn in Once Brewed (das Bier war gar nicht mal schlecht) ging es zurück auf den Wall.



Zwischen den Cliffs gibt es immer wieder Lücken, die durch Wege oder auch Strassen genutzt werden. Oben rechts sieht man ansatzweise den Wall.


Hadrians Wall - Blickrichtung Ost


Die Reste von Sycamore Gap tree
Vor ein paar Jahren haben Deppen einen der bekanntesten Bäume Englands mit der Motorsäge umgehauen. Wenn man sich den Stumpf anschaut, kann das kein Spielzeug gewesen sein. Der Baum und die Scharte im Hadrianswall waren Motiv für spektakuläre Bilder, also auch aus fotografischer Sicht ein Verbrechen, dass im letzten Jahr mit einer Gefängnisstrafe für die Täter geahndet wurde.


Blick nach Nord​
Kurz nach Sycamore Tree verlässt der Pennine Way den Hadrians Wall und biegt gen Norden.
 
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Nördlich des Hadrians Wall durchquert man erstmal wieder Heidelandschaft, bevor man


Kielder Forest​

die Ausläufer der größten Forstplantage Englands erreicht.


Forst oder Heide?
In so manchen Abschnitten war mir nicht ganz klar soll es wieder Forst werden oder möchte man die alte Heidelandschaft wieder herstellen.
Weiter nördlich waren grosse Flächen auch Opfer eines Sturmes geworden, aber die sahen kahler aus.



Kleine hübsche Höfe zwischendurch lockerten das Erlebnis ein wenig auf. Immer wieder aber auch grosse freie Flächen.


Hölzerner Stile und verwitterte Wegweiser des Pennine Way​

Ziel des Tages, Bellingham, der letzte ernstzunehmende Ort auf englischer Seite.


Bellingham​
 
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Diesmal hatte ich die Buchung eine Agentur machen lassen und die Auswahl der Unterkünfte war wirklich hervorragend. In Bellingham war ich in einem B&B bei einem älteren Paar um die 80. Sehr unterhaltsam. Ein grandioses Frühstück, wo ich die letzten Pflaumen frisch gepflügt zu meinem Porridge bekam, wurde nur noch getoppt von einem Briefing zu den bevorstehenden Herausforderungen des Tages durch den Hausherren. Auch ein Grund warum es mich immer wieder hier her zieht



Der Abschnitt nach Byrness begann durch Heidelandschaft. Nach etwa der Hälfte der Strecke und einer ekligen schlammigen Kerbe in der Landschaft ging es weiter durch die Forstplantagen.



Am Anfang war das auch noch ok, der Forst in Ordnung, wenn auch monoton. Später ging es dann aber über breite Forstwege und an einigen kahlen vom Sturm niedergelegten Flächen vorbei. Da hiess es dann Strecke machen. Das Ende des Tages war dann in Byrness erreicht. Schön ist anders, aber immerhin gibt es ein Walkers Inn, dass einem ermöglicht den Rest vom Pennine Way zu gehen, ohne auf ein Zelt angewiesen zu sein.



Die Kirche und der Friedhof von Byrness sind tatsächlich das einzige ernstzunehmende Fotomotiv. Sorry, Byrness
 
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Bevor ich nun meine nächste Tour angehe will ich hier mal das Finale angehen.

Die letzten 2 Tage sind nochmal ein absolutes Highlight. Endlich geht es nach Schottland. Man läuft durch die Cheviot Hills ohne Strassen oder andere größere Zivilisationsspuren. Die Etappe ist mit über 40km allerdings sehr lang, daher bietet die Unterkunft in Byrness an, diese in 2 Teile zu splitten mit den entsprechenden Transfers. Ich machte davon Gebrauch und man bekommt eine sehr schöne Taxifahrt durch ein sehr einsames wunderschönes Tal als Bonus. Wobei auf der einen Seite die Britische Armee eines ihrer Übungsareale hat und am Morgen des 2. Tages rannten ne ganze Menge grüne Menschen die Hänge hoch, war ziemlich steil und mit den Rucksäcken sah das echt anstrengend aus.



Der Weg war durch Steinplatten zum einen gut markiert und zum anderen gut gehbar. Ohne diese wäre das ganze eine ganz schöne Schlammschlacht. Der weisse Hund von Mitwanderen ist wohl direkt in das nächste Loch gesprungen, kam selbst auch nicht mehr raus und war hinterher eher schwarz. Danach gabs 30 min Dusche mit Frauchen



Die Farben und Aussicht, einfach nur schön. Wind und Regen muss man allerdings mögen.



Auf dem Weg gibt es 2 Schutzhütten "bothy", die ein bisschen wie Bushalten im Nirgendwo ausschauen. Aber sie bieten einen guten Schutz bei einem Päuschen vor allem gegen den Wind. Gerade bei Querungen von Tälern hat es so geblasen, dass es mir fast die Kappe vom Kopf gefegt hätte.



Passender Weise markiert ein Hügel/Fell mit dem Namen Windy Gyle den Punkt wo man die Etappe unterbricht und ins Tal absteigt. Aber auch dieser Weg hat sich absolut gelohnt.
 
2 Kommentare
ni27fo kommentierte
Sehr schön

Kleine Anmerkung: Du schreibst "ohne größere Zivilisationsspuren" - aber sind die nicht-bewaldeten Hügel nicht genau das?
 
P
promike kommentierte


Ok, hast mich erwischt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Am nächsten Tag dann Aufstieg zu Windy Gyle.



Interessanterweise liegt der Hügel auf schottischer Seite, während man kurz vorher und sofort danach wieder nach England wechselt. Bei leichtem Schauerwetter war auf der Kuppe einiges los, offenbar wurde da auch übernachtet. Das Zelt aber am windigsten Ort aufzustellen, fand ich sportlich.



Der Weg führte an beiden Tag entlang eines Weidezaunes, mit relativ wenigen Übergängen. Laut Karte ist auf der anderen Seite Schottland. Der Weg wartet sozusagen bis zum letzten Moment mit dem "Grenzübertritt".



Immer wieder kleine Täler.



Den Abschluss bildet ein schöner langer sanfter Abstieg durch schottisches Gebiet. Wobei ich mich aus Gründen für die low Route entschieden habe. Wer mag kann hier etwas länger auf den Hügeln bleiben, auf der sogenannten high Route, und kommt erst kurz vor dem Ziel von den Hügeln runter.


Kirk Yetholm
Das Ziel des Pennine Way ist in der Dorfmitte von Kirk Yetholm erreicht. Ein sehr schönes hübsches Dörfchen an der schottisch-englischen Grenze.
 
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Vielen Dank für die Begleitung auf meinem Weg durch Nordengland, es ging durch die wunderbaren Yorkshire Dales, am Hadrians Wall vorbei und über die einsamen Hügel Northumberlands.

Für mich war es das erste Mal in Schottland, wenn auch nur kurz, da ich am Tag danach zurück musste. aber nächstes Jahr steht der Westhighland Way im Programm

Dieses Jahr erkunde ich erst mal wieder ein Stück von Deutschland
 
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Kiboko kommentierte
Danke Promike für die schönen Eindrücke Deiner Wanderung.
Die Gegend ist für mich noch unbekannt.
Daher bin ich gerne virtuell mitgewandert.

Viele Grüße
Bernd
 
Vielen Dank für die Begleitung auf meinem Weg durch Nordengland, es ging durch die wunderbaren Yorkshire Dales, am Hadrians Wall vorbei und über die einsamen Hügel Northumberlands.
Die Landschaft ist traumhaft schön -danke, für die wunderbaren Aufnahmen.
Dein Reisebericht ist ganz nach meinem Geschmack und die Begleitung,
durch die schöne Landschaft hat richtig Spaß gemacht.
 
2 Kommentare
WoHeSch kommentierte
Dem kann ich mich vollumfänglich nur anschließen! Danke fürs mitnehmen, Promike!
 
MartinA kommentierte
@promike
Ich schließe mich gerne den Vorrednern an: das war eine schöne (und für uns virtuelle Begleiter keine anstrengende) Tour. Ich habe vor Jahrzehnten eine Schottland-Tour gemacht und habe mich ein wenig in diese wunderbare Landschaft zurück versetzt gefühlt.
Vielen Dank!
 
Feine Bilder zeigst du uns da. Mit viel Zeit ganz entspannt Anschauen und Genießen.
Danke.
 
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