Krasse Bilder. Und extrem gefährlich für die Fotografen. Wenn man sie sich ansieht, dann denkt man sofort: Das konnte damals militärisch und politisch nicht gut gehen. Ob legal oder legitim: Die Rechtfertigungen kommen immer von denjenigen, die Mittel und Ziele militärischen Handelns politisch gut heißen. Ethisch sehe ich keine Rechtfertigung für Krieg. Und selbst wenn der Anlass gerechtfertigt sein sollte (Notwehr), dann ist die Wahl der Mittel zu oft nicht verhältnismäßig.
Die Bilder haben jedenfalls massiv mit dazu beigetragen, dass sich die US-amerikanische und europäische Öffentlichkeit mit Grauen gegen diesen Krieg gewandt haben. Er wirkt bis heute nach. So ein Krieg, bei dem man Millionen von toten Zivilisten billigend in Kauf nimmt, der lässt sich heute nicht mehr führen.
Leider - so muss man sagen - haben Militärs und Politiker auch insofern aus dem Vietnamkrieg gelernt: Bildberichterstatter dürfen heute nicht mehr so nahe an die Front und ihr Material wird streng zensiert. Deshalb kennen wir aus Afghanistan oder dem Irak kaum Bilder, die vergleichbar aufwühlend sind. Absurderweise sind die schlimmsten Bilder des Irak-Krieges - die Fotos aus dem Gefängnis Abu Graib - nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen. Noch praktischer ist der "saubere" Einsatz von Drohnen, da kriegen Bildberichterstatter nicht viel mit.
Diese Bilder und die Kamera, die die meisten davon gemacht hat, brachten mich Anfang der Siebziger zur NikonF. Eine F habe ich noch heute, der Amerikaner hat sich auch nicht viel verändert.
Du kannst hingehen wo immer Du willst und zeigen was immer Du willst.
Nur wenn Du als Freier unterwegs bist, musst Du Dich halt um alles selber kümmern.
So ist es. Und das Risiko, allein auf sich gestellt unterwegs zu sein und dabei etwas abzubekommen, ist immens hoch.
Ausserdem glaube ich, ist die Zeit der gut vernetzten Jounalisten vorbei. Die Welt hat sich gewandelt, alles ändert sich furchtbar schnell. Eben noch als Berichterstatter gern gesehen, schneiden sie dir im nächsten Moment den Kopf ab.
Die zahl der im Einsatz getöteten Journalisten steigt von Jahr zu Jahr. Horst Fass, Peter Scholl-Latour und andere sind auch ein Risiko eingegangen. Aber in der Regel wussten sie, mit wem sie es zu tun hatten.