Der Kreuzweg

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Eine Bildergeschichte, Johannes ... ich habe da so meine eigenen Geschichte dazu ... :up::up::up:
 
Kommentar

Danke für die Einladung Johannes, ich nehme sie gerne an.

Du hast den Titel "Kreuzweg" gewählt. Ein spannendes Wort. Erinnert mich als erstes an die Kreuzzüge der Ritter. Eher ein dunkles Kapitel der Geschichte.
Du warst Gast im sechsten Stock und sahst zum Fenster hinaus auf diese Kreuzung. S/w ja, eine gute Wahl. S/w ermöglicht eine gewisse Distanz und erlaubt sich auf die Situation zu konzentrieren.

Menschen bauen sich Wege wegen der Orientierung. Orientierung bedeutet nicht darüber nachdenken zu müssen, wie ich von A nach B komme. Wege bedeuten aber auch Freiraum. Freiraum, sich auf Wegen andern Dingen anzunehmen. Das ist möglich, weil man sich ja nicht auf den Weg konzentrieren muss weil man ihn kennt und welche Wege man nehmen muss um nach B zu gelangen.

Ein Weg mit Kreuzung. Das bedeutet man kann sich entscheiden. Man muss nicht. Man darf. Auf dem Nachhauseweg schlägt man rechts ein, weil dies der kürzeste Weg ist. Man könnte auch gerade aus laufen. Man tut es nicht. Zumindest in dieser Szene nicht. Kreuzweg heisst auch, dass man andern Menschen begegnen kann, welche einen andern Weg gehen. Man könnte fragen, warum der Mensch einen andern Weg geht. Man geht davon aus, dass er nach Hause, zur Arbeit in den Ausgang oder zum Einkaufen geht. Man fragt nicht. Man kreuzt sich und geht seines Weges.

Eine Bildergeschichte, eine Alltagsgeschichte in sechs Bildern. Unaufgeregt, alltäglich und auch nicht weltbewegend. Weil das der grösste Teil unserer Zeit ausmacht. Von der Küche ins Wohnzimmer, zum Duschen ins Bad usw.. Wege gehen. Von A bis B. Und darum finden wir nicht, dass es erwähnenswert ist, auch fotografisch nicht.

Aber genau diese Geschichte hast Du erfasst, Johannes. Das Alltägliche, nicht das Spektakuläre. Nicht der grosse Wurf, von dem wir ja alle träumen. Eben Wege. Ganz normal, fast langweilig....

Aber, und da weckt doch diese Bildergeschichte die Neugier. Wohin geht das Paar, wohin die Frau? Wo wohnen sie, was machen sie zu Hause, wer sind sie ... ? Und von dem lebt ja der Mensch. Aber somit wären wir ja wieder beim Alltag ...
 
Kommentar
Vielen Dank, lieber Sam, für Deine Interpretation der Bilder /des Titels.

Wege, egal ob Kreuzwege, Abzweigungen, gerade oder gekrümmte Wege; immer fragen sie nach dem Woher und Wohin.
Auch stellen sie immer die Frage nach Entscheidung wofür und wogegen.
Insofern sind Bilder von Wegen und "Abwegen" auch immer Fragen nach dem eigenen Standpunkt und nach dem Ziel...

... vielleicht erlauben sie auch die Frage, warum man -in welcher persönlichen Situation auch immer- Bilder von Kreuzungen macht, die die eigene Situation metaphernartig aufgreift...

... alltäglich, unspektakulär, .... und doch irgendwie immer besonders; vielleicht sogar entscheidend...
 
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