Der Fotograf als Techniker

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Was Du mit F90/SB25 an Ergebnis erzielt hast, kannst Du mit DSLR und aktuellem Blitz heute "plug'n'play" erzielen. Nur ist Dein "perfekt" nicht unbedingt "schön", und bei "schön" muss man sich eben mit den Einstellungen befassen. Das lasse ich so nicht gelten.

Wo ist der Mehrwert, sich ständig mit Front- und Backfokus herumzuschlagen anstatt wie früher seine Optiken zu benutzen bis sie auseinanderfielen?
Früher(TM) gab es keine 100%-Ansicht, vor der man mit der Nasenspitze kleben konnte. Da haben wir den Fehlfokus, den heute jeder überall meint zu sehen, überhaupt gar nicht als solchen identifiziert. Mach einfach 13x18-Abzüge wie früher und sie werden alle perfekt scharf sein.

Nicht jeder Fortschritt ist ja besser. Aber auch vor 30 Jahren gab es schon Fehlentwicklungen...

Es liegt an jedem selbst, wie weit er sich diesen Reizen öffnet und dem Konsumdruck nachgibt. Mancher kauft jedes Jahr ein neues Mobiltelefon, andere ersetzen es erst, wenn es buchstäblich auseinanderfällt. Der eine dabei ist Konsum-Junkie, der andere extrem vernünftig (aber wird dann natürlich von den großen Technologiesprüngen erschlagen und findet sich mitunter nicht mehr zurecht).

Was die psychischen Erkrankungen angeht: man sollte sich als Laie nicht davon blenden lassen, dass heute sehr viel mehr als "psychische Erkrankung" klassifiziert wird, was vor 20 oder 30 Jahren gar nicht als solches erfasst wurde. Außerdem ist eine florierende Branche von Psychotherapeuten entstanden, die alle was zum Therapieren brauchen, und in manchen Pharmaunternehmen sitzen nicht allzu moralbehaftete Leute, die sehr erfinderisch dabei sind, für einen neu entwickelten Arzneistoff eine passende neue psychische Erkrankung zu (er)finden, etwas salopp ausgedrückt, und damit den Therapeuten wieder neues Futter liefern. Man muss diese globalen Zahlen also sehr genau nach den einzelnen Erkrankungen differenzieren und sollte keinesfalls Depressionen mit Psychosen in einen Topf mischen. Mit solchen undifferenzierten Zahlen lässt sich fast jede beliebige Aussage scheinbar unterfüttern und das "immer häufiger..." wird so zum nicht mehr hinterfragten "Faktum".

CB
 
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Der Fotograf als Techniker.. das war er schon immer. Heute gibt es mehr Einstellmöglichkeiten an den modernen Kameras. Jeder entscheidet für sich, was er braucht und was nicht. An meiner Kamera kann ich die ISO-Werte ins beinahe Absurde drehen, brauche ich aber nicht. Auf Grund meines Alters nimmt meine Lernfähigkeit oder vielleicht auch mein Interesse langsam ab.
Heute kann ich am Schreibtisch ein Bild bearbeiten und selber drucken, prima. Früher mußte ich dafür in den Keller. Wer nicht seine Filme durch irgendeine Entwicklungsmaschine gewürgt sehen wollte, mußte selber ran. Da war auch der Techniker in mir gefragt und ich war viel jünger. So hab ich mir mal das Buch "Das Negativ" gekauft, um meine Bilder zu verbessern. So richtig begriffen habe ich es leider nie, da ich irgendwann im Text geistig abgebogen bin.

Der technische Wandel hat mich in seiner Geschwindigkeit längst überholt. Deswegen will ich aber nicht diesen Wandel verteufeln. Es gibt viele schöne Neuheiten, "Siri, Licht aus" und meine Hütte ist dunkel. Ok, braucht man nicht - macht aber Spaß. Zum Glück kann man sich ja den Blödsinn aussuchen, den man mitmachen möchte. :winkgrin:
 
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Ich bin recht konservativ, was die Lebensumstände und die Einrichtung meines Zimmers, der Wohnung, des Hauses betrifft (warum etwas ändern, wenn es passt und gefällt?) und betreibe mit dieser "bewahrenden Einstellung" eine florierende Reparaturwerkstatt für "Fotogeraffel" (auch Unrentables reparieren gegen die Wegwerfmentalität).
Meine Frau vertritt die Meinung, man müsse sich im zunehmenden Alter bewusst immer wieder neu orientieren und umgewöhnen, um dem geistigen Verfall entgegen zu steuern. Deshalb stellt sie in der Küche Kaffeemaschine und Zubehör alle paar Wochen an eine andere Stelle, stellt im Schlafzimmer alle paar Jahre das Bett an eine andere Wand und einen anderen Kleiderschrank auf, und räumt ihre und auch gemeinsame Sachen immer wieder um, so dass ich manches einfach nicht mehr finde...
Früher waren wir jedes Jahr bis zu drei Mal für eine Woche in Urlaub und haben dabei immer ein neues, uns bisher unbekanntes Reiseziel gewählt.
Das erhält auch geistig frisch...
Heute gehe ich mit den Hunden zwar manchmal neue Wege in bisher noch nicht erwanderte Gebiete, erfreue mich aber genau so am begehen bekannter Wege - da ist immer noch schön, was früher schön war, aber auch Neues zu entdecken.
Will sagen, geistig beweglich bleiben und immer wieder mal etwas Neues probieren: Nur wenn man es ausprobiert hat, weiß man, ob es einem gefällt und ob "man damit etwas anfangen kann". :up:
 
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Moin
wenn konservativ gleich "altes/älteres bewahren/ wertschätzen" ist, ja dann bin ich auch ein Stück konservativ.... dazu gehören für mich aber nicht nur technische Gerätschaften sondern auch bestimmte zwischenmenschliche Spielregeln....
bin aber offen für alle neuen technischen Spielereien wenn sie mir einen Nutzen bringen.
Für mich ist konservativ aber nicht "spießig"
auch mit 60 trage ich Röhrenjeans habe lange Haare und höre gerne laut ZZ-Top
einen Anzug ??? oh man glaube das letzte mal wo ich so was an hatte ist 20 oder 25 Jahre her
 
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Wenn es um das Einstellen von Digitalen Geräten geht, überlasse ich das auch sehr gerne meinen Kindern. Die benötigen in den meisten Fällen keine Bedienungsanleitung. Verstehen wir das nicht mehr? Ich behaupte mal, die Technik ist an uns ( Ü60) vorbeigerauscht. Wenn es doch eine einheitliche Einstellung gäbe, von sämtlichen Herstellern wäre das kein Problem. Dies war mal das Thema einer TV Sendung ( zu der Zeit, als Videorekorder noch Neuland waren) Die Vertreter der einzelnen Hersteller behaupteten, ihr Gerät sei für jeden in wenigen Minuten zu programmieren. Als sie jedoch ein Fremdgerät programmieren mussten, hat es keiner in dem gesetzten Zeitrahmen geschafft.

Gruß Werner
 
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Ich behaupte mal, die Technik ist an uns ( Ü60) vorbeigerauscht.
Gruß Werner

Moin Werner
es hängt doch eher mit dem persönlichen Interesse oder der Notwendigkeit zusammen ob man sich mit dieses oder jenes intensiv beschäftigt.
Wenn du keine Kinder hättest die dir die neue Glotze einstellen würdest du es selber machen... und auch hinbekommen.
Ist es nicht manchmal nur Bequemlichkeit ?? sich mit neuem nicht auseinander setzten zu wollen
 
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Wie furchtbar alt seid Ihr denn alle ? Bin ich mit meinen 67 Jahren so viel jünger ?

ich bin mit 54 Jahren noch nicht so furchtbar alt, auch nicht im "Gestiegen Ruhestand". Aber ich stelle fest, dass ich zum Einen bereits vergesslicher werde und zum Anderen weniger begeisterungsfähig für viele technische Neuerungen unserer Zeit.
Nach längerer Bildbearbeitungspause habe ich grundlegende Dinge in PS schlicht vergessen . Ich habe vorgestern an meiner Kamera eine bestimmte, selten eingestellte Funktion auf eine Funktionstaste legen wollen. Dazu mußte ich bestimmt zwanzig Minuten fummeln und überlegen, wie das denn beim letzten Mal wohl ging.
Verständnisprobleme sind aber nicht umbedingt eine Altersfrage. Das wollte ich verdeutlichen, als ich sagte, ich wäre viel jünger gewesen bei der Lektüre von "Das Negativ". Ein Vorteil war das damals allerdings nicht.
 
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Verständnisprobleme sind aber nicht umbedingt eine Altersfrage. .

Vielleicht lässt auch einfach irgendwann die Neugier nach. Ich merke es daran, dass ich
mich frage, "brauche ich das wirklich"? Raubt es mir nicht die Zeit, mich mit
"wirklichen" Dingen zu befassen, die mich interressieren ? Damit meine ich, kreativ zu sein, Bilder zu machen, Kuchen zu backen mich sinnlich mit Dingen auseinanderzusetzen...
Gut, das eine schliesst das andere nicht aus. Aber wie ich es im Moment erlebe,
nimmt Technik einen viel zu grossen Raum ein.

Gruss
Tilda
 
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Hi Kurt,

ganz klar, mit einem größeren Zeitaufwand, würde ich das auch hinbekommen.
Habe mich ja auch mit meinen beiden Nikons beschäftigt und vieles ist in Fleisch und Blut übergegangen. Gehe daher nie den einfachen Weg, alles mit Automatik zu fotografieren. Sondern gebe der Kamera vor was sie machen soll.

Gruß Werner

Immer am Ball bleiben :up:
 
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Viele Sichtweisen, die hier geäußert werden - ob aus der einen Sicht oder aus der andern ist dabei egal - kann ich teilen. Trotzdem ist so manches nur amüsant.

Sagen wir es doch so:
Früher, das waren noch Zeiten.
Heute hört sich nicht mal mehr ein Hubschrauber wie ein Hubschrauber an (gerade eben flog einer hier vorbei).

Und, das wichtigste:
Früher war alles aus Holz!
(Dieser Spruch stammt aus einer erstklassigen Büttenrede, die mal vor ca. 15 Jahren im Fernsehen zu sehen war.)

Gruß, Christian

Noch eines, weil hier das Thema Bedienung und Logik mehrmals in einem Satz gefallen ist:
"Die Logik" gibt es nicht. Es gibt verschiedene Konzepte von Logik, und was einem Techniker logisch erscheinen mag, ist für den Benutzer vielleicht einfach nur unlogisch und lästig.
Ergonomie ist das, was der Benutzer eines technischen Gerätes braucht.
 
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