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Es gibt Häuser, die von zwei Seiten beinahe komplett fensterlos sind.

Fenster stören nur den Blick auf die virtuelle Realität auf dem Großbildschirm. Wohin sollen die Insassen denn durch's Fensterglas sehen?
Auf den popelnden Nachbarn im Fenster gegenüber?

Ebenso wie ein Fotograf, sollte ein Architekt auch etwas von Lichtführung verstehen, wenn die Menschen sich in ihren Buden wohlfühlen sollen.

Dummerweise fehlt hierzu in diesem Lego-Land der Freiraum. Der gestalterische wie ganz konkret der in Quadratmeter bemessene. Die Sonne lässt sich in
ihrem Gang nicht führen, und wie der Fotograf steht auch der Architekt hier mit dem Rücken sprichwörtlich an einer Wand des Nachbarhauses.


Ich frage jetzt besser mal nicht, aus welchem Partei(en)-Stall hier der Bau-Amtsschimmel wiehert.

Die gezeigten Bauformen auf den viel zu kleinen Grundstücken hat es auch in meiner erweiterten Nachbarschaft im nordbadischen Raum.
Sie erinnern an Industriearchitektur -hier: Rationalisierung der Lebensabläufe ( Maximale Ausbeutung der Insassen
- ein Verdienst wird nicht ausreichen, um ein derartiges Häuslein zu finanzieren, ein kleines Erbe auch nur bedingt. Geringer Pflegeaufwand,
da muss der Haushalt mit maximalem Maschineneinsatz in kürzester Zeit abgehakt werden).
Ich bin mal gespannt, wie lange es noch dauert, bis
über diese Verhältnisse das Efeu der Geschichte wuchert.

Viele Grüße
Herbert
 
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.... Wohin sollen die Insassen denn durch's Fensterglas sehen?
Auf den popelnden Nachbarn im Fenster gegenüber? ...

Alternativ könnte man dem Nachbarn auch die Suppenschüssel durch das Fenster reichen.

Ob die Häuser nun den Joggern, Gassiegehern oder Spaziergängern gefallen, dürfte ohne Belang sein. Die Hütte sollte dem gefallen, der sie bezahlt.

Heute glänzt alles in der Siedlung. Straßen, Vorgärtchen sind in perfektem Zustand. Dicke Autos stehen vor den Häusern. Wie mag das in 20 Jahren aussehen ? Häuschen, geh da im Jahr 2036 nochmals durch.

Mir fehlt das Leben auf den Bildern. Wo sind die mit Malkreide verschmierten Straßen, wo die Kinderroller oder Kinderfahrräder, welche einfach irgend wo hin gepfeffert wurden ? Die Siedlung empfinde ich als steril.
 
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Architektur dünstet immer den herrschenden Zeitgeist aus. Vor hundert Jahren mussten die Bürgerhäuser Dachkammern mit und ohne Mansarden haben,
damit das Dienstpersonal untergebracht werden konnte, das die Wäsche wusch, das Essen zubereitete, alles in Schuss hielt und die Kinder (und den Hausherrn) bespaßte.
Kinder sind jetzt im Zeitalter der maximalen Ausbeutung der noch gut Ausgebildeten ein hemmender Faktor.
Wenn sie schon sein müssen, hat externe Erziehung in Krippe, Hort, Schule und Universität mittels parteipolitisch vorgegebener
Curricula dafür zu sorgen, dass dies im "richtigen Geiste" geschieht. Und wenn man merkt, dass da ein Mangel herrscht,
ist es wie bei den Kirschen: Was hier nicht im erforderlichen
Maß nachwächst, wird im Zeitalter der Globalisierung von anderswo importiert.

Ich hoffe, dass Häuschen in 20 Jahren noch eine Kamera halten kann - und ich noch da bin, um die Bilder zu betrachten.

Viele Grüße
Herbert
 
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Moin

es lies mir keine Ruhe, gerade auch weil ich diese Doku im TV gesehen hatte...

Häuschens Bilder nun zeigen nur ganz deutlich wie sowas....mit "gutem Willen" verrutschen kann...

also mal gegollert>>>

http://www.phoenixseedortmund.de/25529.html

unter Vermarktung taucht auch eine Übersichtskarte auf
Mfg gpo
 
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Mmh, mir gefällt in dieser Ballung die Architektur auch nicht.

Allerdings hatte noch jede Epoche ihren Baustil – jedoch war
zumeist bei Villen resp. alleinstehenden Häusern der Abstand
zu den Nachbargrundstücken i.a.R. deutlich größer.

Ob man nun Gründerzeit-Villen, solche der 20er oder welche
der 50er Jahre in damaligen Neubau-Vierteln betrachet – eine
gewisse Uniformität ist immer gegeben.

Der m.E. wichtige Unterschied zu heute ist jedoch, daß früher
die Architekten sowohl hinsichtlich der Raumordnung als auch
der Belichtung viel durchdachter und dauerhafter planten.

Nicht ohne Grund lagen weiland die Zimmer der Knaben nächst
jener des weiblichen Hauspersonals … Dies aber nur als
historische Reminiszenz, wer hat schon noch Personal.



 
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Fein dokumentiert,
Da wohnt Mittelstand und damit ist das Wohngebiet
eine Hochburg der Steuerzahler.
Je enger bebaut, desto mehr Steuern fließen in die
"Wertegemeinschaft".
 
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Warum eine enge Bebauung mehr Steuern einbringen soll, verstehe ich zwar nicht, aber sei es drum ...

Das Baugebiet ist nicht eng bebaut, zumindest nicht im üblichen Sinne. Die meisten Häuser sind 7m vom Nachbarn zur Linken und 3m vom Nachbarn zur Rechten entfernt, wobei die 3 Meter zumeist mit Garagen grenzbündig bebaut werden. Das ist alles Andere, als eng.

In der Tiefe liegt die Beschränkung, weil ein Annglage vorliegt und mehrere Grundstücke hintereinander in den Hang passen mussten. Der Hang darf in seiner Höhenlage nicht verändert werden, die 5 Meter Abstand zum Gehweg sind ebenso bindend.

Reuss und Weidenfeller haben keinerlei Probleme, die Vorgaben simpel durch kostspielige Bauten auszugleichen. Andere Bauherren haben sich durch die Vorgaben finanziell die Karten gelegt, weil die Gestaltung der Außenanlagen mit ihren zahlreichen Abfangungen aufwendig und teuer werden. Zu diesem Zeitpunkt ist das Geld meist schon verblasen.
 
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Warum eine enge Bebauung mehr Steuern einbringen soll, verstehe ich zwar nicht, aber sei es drum ...

naja aus zweierlei Gründen...
für ein bebautes Grundstück zahlt man mehr Grundsteuern....
ein Hausbesitzer mit 1000qm Garten bringt nicht so viel Steuern wie 10 Hausbesitzer mit je 100qm Garten....
dann ist davon auszugehen das diese Leute einer zu versteuernden Tätigkeit nachgehen
und je mehr Steuerzahler ich auf einer Fläche X unterbringe um so mehr Steuereinnahmen
 
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Wirken nicht alle Neubaugebiete irgendwie steril? Werden lebendiger mit der Zeit, wenn der erste Lack abfiel, das Grün auch mal ungepflegt wuchert usw.?

Grundsätzlich gefällt mir der Stil dieser Bauten besser als vieles andere, das es in der Neu-Bebauung zu sehen gibt. Ich bin für jedes Dach, das kein spitzes ist dankbar, denn ich mag Dreiecke nicht sonderlich...

Die Bilder sind Spitze Albeeeer. Ich schaue sie mir gleich nochmal an. :up:
 
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. Ich bin für jedes Dach, das kein spitzes ist dankbar, denn ich mag Dreiecke nicht sonderlich...

Moin
margo...das hat aber was mit "Natur" zu tun....also die gegebenen Umweltbedingungen

bedenke mal die Regenmassen die wir hatten....
alle Flachdächer haben damit Probleme, müssen ständig überprüft werden
und sind richtig teuer, wenn sie mal undicht werden...und alle werden mal undicht

was mich "mehr" stört sidn die mangelnden Gartenanlagen....
damit das nicht so bescheuert neu aussieht, hätte man gut ein paar halbhohe Bäume setzen können

ich wette aber das die neuen Besitzer...sowas auch schon mal blockieren
man will Sicht
Mfg gpo
 
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Man wohnt schon, auch wenn noch lange nicht alles fertig ist. Das ist eine Geduldsprobe für Leute,
die sich für ein Neubaugebiet entscheiden, die nicht Jeder souverän meistert.

Das sind im Übrigen die Häuser am Südufer, die bekommen am Nachmittag Sonne im Vorgarten.

Das Haus in der Mittel gefällt mir recht gut.




haus-am-see2 by albert figgen, auf Flickr​
 
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Siedlungen, die ad hoc für wen auch immer aus dem Boden aus dem Boden gestampft werden, müssen ihre eigene Geschichte erst noch schreiben, daher sind wohl so viele von ihnen zunächst erst mal irgendwie ... steril und auch trostlos.

Andererseits zeigen sie auf recht demaskierende Weise eine Haltung der Bewohner, die ihnen, also den Siedlungen, erst das Gesicht geben.

Wie gut, dass es mir nicht gefallen muss.

In diesem Sinne finde ich die Serie der hier gezeigten Aufnahmen richtig klasse!
 
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Schöne Doku!

Aber ich verstehe die Aufregung auch nicht ganz...
Zu dicht gebaut...? Kauft Euch mal in München ein EFH...
In den paar Wohngebieten im Stadtbereich, die reine EFH Bebauung haben, kostet der qm Grund mtlw. zwischen 1500,- und 5000,- (oder mehr) je nach Lage.
Da ist es ganz natürlich, dass ein bisschen enger gebaut wird, weil selbst hier die Zahl derjenigen endlich ist, die für ein halbwegs großzügiges Grundstück mehrere Mio ausgeben können.

Auch die Architektur finde ich noch erstaunlich erträglich - ok, in dem Umzugs-Karton ohne Gucklöcher aus #7 will wohl keiner wirklich gerne wohnen

Die Bauträger klotzen bei uns wirklich wesentlich üblere Wohngebiete auf die letzten freien Flächen... Ein paar km von uns entfernt wurde vor 20 Jahren eine Reihenhaussiedlung errichtet. In der ersten Reihe stehen 40 (!) Häuser auf einer Linie nebeneinader, keine 5 Meter breit und keine 100 qm Grund. Kaufpreis damals 1 Mio DM... ... für Hühnerställe!
 
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Ich hoffe für München, dass diese Blase nicht mal irgendwann platzt.

Die teuersten Grundstücke in Wohngebieten kosten in Dortmund 500€/m²
 
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Ich hoffe für München, dass diese Blase nicht mal irgendwann platzt.

Ich auch...

Wobei ich von einem Freund, der seit 3 Jahren auf der Suche nach einem erschwinglichen Baugrund ist, gehört habe, dass die Interessenten regelmäßig ohne Finanzierung bezahlen können (und er mehrfach schon deshalb aus dem Rennen war...).
Und die super-teueren Eigentumswohnungen (8-stellig) gehen wohl alle an Käufer aus dem arabischen und russischen Raum, immer mehr auch an Chinesen.
Diese Investoren vergleichen die Preise mit London und Paris und betrachten sowas dann als Schnäppchen...
 
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die >1000€ pro m² Bauland in München sind keine Ausnahme. Stuttgart/Degerloch liegt in der gleichen Ecke. Dürfte daran liegen, dass die Räume in Stuttgart oder München geringfügig mehr Arbeitsplätze bieten als Dortmund.
 
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Danke für die Fotos und die Texte dazu, interessant das mal von nahem zu sehen. Hab eine Häuseransammlung am Phoenixsee nur mal von weiter weg gesehen. Und von weiter weg sah es aus wie eine Township in Südafrika. Von nahem wirkt es nun doch anders
 
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