Coronavirus (war: CP+ 2020 wegen Coronavirus abgesagt)

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Meine aktuelle Einschätzung zum neuen UK Strain B.1.1.7 von SARS-CoV-2

Nach meiner augenblicklichen Sichtung der Datenlage sieht die Sache kritisch, aber für D gerade noch so beherrschbar aus
Nicht medizinisch, aber epidemiologisch. Kein Wunder, dass alle Länder so schnell die Reissleine ziehen.
Ich will keine Panik verursachen, aber es erinnert mich ein wenig an die ersten Berichte aus Wuhan. Da dachte auch jeder, wird schon nicht so schlimm werden ... Aber mit einem guten Krisenmanagement hat die Politik die Chance, das Schlimmste abzuwenden. Here is how ...

Ausschlaggebend für mich war das Erscheinungsbild von Matt Hancock (Gesundheitsminister von UK) in einem Interview, genauer seine Verzweiflung und seine Worte, dass die Sache "out of control" sei. Für UK sieht die Schlacht leider tatsächlich verloren aus

Hier einige Daten zur weiteren Recherche ...
  • Wissenschaftliche Sofort-Veröffentlichung des BMJ zum Thema -> https://www.bmj.com/content/371/bmj.m4857
  • Wissenschaftliche Beschreibung der Mutationen und ihrer Verbreitung, speziell auch B.1.1.7 -> https://www.cogconsortium.uk/wp-con...-December-2020_SARS-CoV-2-Mutations_final.pdf
  • Aktuelles Verbreitungsgebiet der Mutation:

    (rot umrandeter Bereich, rote Markierung von mir)
    [Kartenquelle: -> https://coronavirus.data.gov.uk/details/interactive-map ]
  • 7-Tage Inzidenz/100k in diesen Gebieten auf "Upper Tier Local Authorities" Ebene: 200+ (dunkelblau) und 400+ dunkel-lila) ("Sachsen")
  • Top-Inzidenzen in der Region (Lower Tier Local Authorities):
  • Veränderung der 7-Tages Inzidenz zur Vorwoche: Von -1% am 4.12. innerhalb nur 11 Tagen linear auf 52.4% am 15.12 für Gesamt-UK. In der betroffenen, markierten Region daher sicher noch viel dramatischer - aber dafür konnte ich keine Zahlen finden.
  • Verschiedene Quellen nennen wohl verschiedene mögliche Erhöhungen des Rt-Wertes, die Spanne reicht von +0.39 bis +0.93!) Oft wird R+0.4 oder +70% genannt, aber das sind keine Originalquellen.
  • Mindestens 1 Fall mit der neuen Variante wurde in den Niederlanden nachgewiesen.
  • Alle Flugverbindungen von/nach UK werden wohl diese Nacht eingestellt.
Wenn ich von einer Erhöhung von R um 0.4 ausgehe, wären die Folgen dramatisch! Allerdings ist dieser Wert noch nicht nachgewiesen, da die explosionsartige Ausbreitung in Teilen Englands ja auch andere Gründe haben kann.

Eine Erhöhung um 0.4 würde bedeuten, dass Lockdown-Maßnahmen nötig wären, die sonst ein R von 0.6 ergäben, nur um einen weiteren Anstieg zu verhindern. Ziel des strikten Lockdowns war ein R von 0.7, und vermutlich schaffen wir eher nur 0.8. Mit der neuen Variante wäre das ein R von 1.2. Was bedeutet R=1.2 mit striktem Lockdown, bzw. R=1.9 mit den Maßnahmen vor dem Lockdown Light?
  • Startinzidenz der neuen Variante 0.01 / 100k (~10 Fälle in D heute)
  • R = 1.2: Anstieg der Fallzahlen um den Faktor ca. 50 bis Ende des Winters (Inzidenz 0.5/100k)
  • R = 1.4: Anstieg der Fallzahlen um den Faktor ca. 1600 bis Ende des Winters (Inzidenz 16/100k)
  • R = 1.5: Anstieg der Fallzahlen um den Faktor ca. 7500 bis Ende des Winters (Inzidenz 75/100k)
  • R = 1.9: Anstieg der Fallzahlen um den Faktor ca. 1.000.000 bis Ende des Winters (Inzidenz 10.000/100k, mögliche Durchseuchung)
  • DISCLAIMER: Alle Zahlen sind "handwaving" und der Startwert heute könnte bereits deutlich über 10 Fällen liegen.
Ein R von 1.5 wäre also gerade so kompatibel mit einem Inzidenzziel <50. Da die Politik ohnehin - und jetzt mehr den je - auf einer strikten Einhaltung der Ausbreitung beharren muss (R<1, kommt für den neuen Strain so ein R<1.4 zustande). Damit sollte die Inzidenz bis zum Ende des Winters nicht wesentlich vom neuen Strain beherrscht werden. Im Frühjahr dann schon, aber dann kommt ja bereits der Impfeffekt zum Tragen.

Das könnte also gerade noch einmal so gutgehen, für Kontinentaleuropa. Aber knapp, die Politik und auch die Leute müssen höllisch aufpassen. Und auch nur, wenn R nicht doch um +0.9 steigt, dann ist alles gelaufen, die Impfungen kämen zu spät Die UK könnten auf jeden Fall ein wenig Hilfe gebrauchen, noch härtere Lockdowns durchzustehen, als eigentlich geplant.

Das alles steht so irgendwie noch nicht in den Zeitungen, aber die Quellen stehen ja offen und jeder kann es sich selber ausrechnen.
 
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AnjaC kommentierte
Falls sich jemand fragt, warum wir auch keine Flüge von Südafrika mehr zulassen: da ist die Variante 501.V2 unterwegs.
 
AnjaC kommentierte
Die Charite veröffentlicht seit dem Frühjahr jede dort bekannte und analysierte Sequenz - ich find nur grad den Link nicht...

gefunden:
 
falconeye kommentierte

Die Charite veröffentlicht seit dem Frühjahr jede dort bekannte und analysierte Sequenz
Ich vermute, das ist weltweit so. Aber dann müsste doch irgendwo in der Welt ein Institut die Daten aggregieren und SOFORT Alarm schlagen, wenn sich eine Mutation in einem Gebiet explosionsartig auszubreiten beginnt. Irgendein Virologe hätte doch hierfür sorgen müssen. Die Chef-Virologin der WHO zum Beispiel. Ich denke weiterhin, das war alles eben genau NICHT schnell reagiert.
 
HaDiDi kommentierte
Ich bezog mich mit meinem Kommentar auf Frau Merkel, die ist normalerweise ziemlich langsam beim Abriegeln und Grenzenschließen. Sollte die UK-Variante dann auch verstärkt in Italien auftreten (oder einem anderen EU-Land), werden wir sehen, ob Frau Merkel dann auch so "schnell und konsequent" regiert. Anyhow, das ist eher Politik.....

Ansonsten stimme ich Dir zu. Mutationen bei SARS2 sollte man weltweit im Auge behalten und genau analysieren. Veränderungen im Spike-Protein könnten die Affinität zum ACE2 Rezeptor sogar verstärken, oder aber die Wirkung der aktuellen Vakzine unterwandern. Das sollte man eigentlich bei der WHO, aber auch im RKI zeitnah auf dem Schirm haben.

PS: Ja und die UK-Mutante scheint den Aktienmärkten nicht zu gefallen, da gehts südwärts und zwar sofort.
 
Kay kommentierte
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Danke für den Link. Das sind nur wenige Sequenzen. Aber über deinen Link kommt man zum entscheidenden Link zu GISAID (D) und Nextstrain.

Die gerade interessierende Mutation ist auf Nextstrain zu finden -> https://github.com/emmahodcroft/cluster_scripts/blob/master/README.md#sn501

Hier die epidemiologische Auswertung:



Demnach wäre die Mutation (dies ist zusammenfassend für S.N501, nicht speziell den "Y" Subtyp jetzt in UK) zuerst in Australien aufgetreten, dort ausgestorben, aber in Südafrika überlebt und dort seit Oktober stark zugenommen, jetzt dort mit 90% dominant. Seit Ende Oktober Zunahme in UK, seit Mitte November USA.

Die B.1.1.7 Linie sind die oberen beiden Cluster im Stammbaumgraph des Subtyps "Y" (blau) oben auf der selben Seite.
Dem Stammbaum nach zu urteilen, verbreiten sich die Wales- und Südafrika-Varianten nicht ganz so aggressiv wie die England-Variante B.1.1.7. Demnach wäre diese spezielle Mutation erst etwa Anfang Oktober in England aufgetreten, vielleicht Anfang September.

Die Zahlen in Südafrika sind für Fachleute vermutlich seit Anfang November alarmierend. Bereits da gab es einen signifikanten Anstieg in UK, da hätten die Fachleute Alarm schlagen und die Politik reagieren können. Auch die USA haben bereits 5% Fälle, das ist nur 1 Monat hinter UK, 2 Monate hinter Südafrika.

Hier -> https://nextstrain.org/groups/neherlab/ncov/S.N501?c=gt-S_501&f_region=Europe unter Geography/PLAY kann man eine Animation abspielen, wie die verschiedenen beteiligten Mutationen in Europa kommen und gehen und schliesslich der "Y"-Subtyp in UK ausbricht.

Also, die Daten waren tatsächlich da, es hat nur niemand in Entscheidungsfunktion rechtzeitig die richtigen Schlüsse daraus gezogen. Hinterher ist man immer schlauer
 
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falconeye kommentierte
Übrigens, die Macher der tollen grafischen Auswertungen hinter Nextstrain und GISAID sind:
Freunde von GISAID e.V.​
81373 Munich​
Da hatten andere wohl schon vor längerer Zeit den Gedanken, dass das Ganze wichtig wäre
Jetzt frage ich mich, wie vertraut die UK-Epidemiologen mit diesem Tool waren, bzw. ob die UK etwas Vergleichbares haben. Immerhin ist GISAID seit 2013 im EU PREDEMICS Konsortium vertreten, hat die CDC der USA als Partner. Ich sehe aber gerade, dass London den Co-Chair von GISAUD stellt, die UK waren also sicher mit allem hier vertraut.

Hier ist die GISAID-Zusammenfassung der UK-Variante -> https://www.gisaid.org/references/gisaid-in-the-news/uk-reports-new-variant-termed-vui-20201201/
 
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falconeye kommentierte
Was mir auch noch gerade auffällt ... die wiss. Community scheint das Virus immer noch oder wieder hCoV-19 zu nennen
 
falconeye kommentierte

Man könnte sich die Frage stellen
In Thailand am Strand vielleicht
Hier ist ein Interview mit Matt Hancock -> Die UK-Regierung hat demnach erst am Freitag Nachmittag Kenntnis vom Problem erlangt.
Ich hatte später im Interview den Eindruck, das die UK aktuell aktiv auch andere Länder zu schützen sucht. Das könnte auch nötig sein, falls die Welt die Impfstoffreserven nun prioritär nach UK senden muss.

Leider wird im Interview auf Grafiken Bezug genommen, und einen Ausbruch in Kent, die vorab auf SkyNews gelaufen sein müssen. Auch die 70% werden da erwähnt, die im UK Regierungs-Briefing von Freitag Nachmittag gestanden haben müssen.

Hier ist das weitere Interview mit Dr Susan Hopkins, dass Matt Hancock erwähnte

Dieses Interview erzählt im Detail die Ereignisse in der UK-Wissenschaft, die zum jetzigen Alarm geführt haben!

Weitere Details aus diesem Interview:
Die weiteren weltweit berichteten Fälle (NL, AUS) seien "sehr ähnlich", aber unklar, ob es sich tatsächlich um den selben Strain handele. Ich übersetz das mal mit S.N501Y, aber möglicherweise nicht B.1.1.7.

Im Interview werden wieder die 70% erwähnt, leider erneut ohne Definition.
Ich vermute nun folgende Definition: Gegenüber der Variante ohne die Mutation, ergeben sich nach einer Woche 70% mehr Fälle. Das kann man mathematisch in eine Erhöhung von R um +0.354 umrechnen. Vermutlich ist 0.39 der tatsächlich ermittelte Wert, was +78% im Wochentakt ergibt. Zufällig ist der log_10 Wert des Wochenzuwachses dann genau 1/4. Ich würde mich nicht wundern, wenn das die geschätzte Steigung auf einer logarithmischen Darstellung war ... Die Fehlermarge sei noch sehr groß ... Man habe aber am Wochenende in Kent einen PCR-Test Marker entdeckt, der schnell bessere Zahlen liefern sollte (einer der diversen PCR-Tests schlägt wohl anders an).
 
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AnjaC kommentierte
Das tut hier wirklich nichts zur Sache und ist obendrein - in welche Richtung auch immer - reine Spekulation.
 
VisualPursuit kommentierte

Drosten sagt die 70% könnten das sein was ein Wissenschaftler sagt wenn man ihn
fragt was er sagen würde, wenn er was sagen müsste - und daß sich das dann ohne
die Einschränkungen die der Wissenschaftler mitliefert politisch verselbständigt.
 
falconeye kommentierte

Ich habe die Quelle der 70% ja gefunden, Dr. Susan Hopkins erwähnt es im Interview oben. Dies hat die beratende Task-Force der UK-Regierung am Fr. nachmittag in einer Präsentation so mitgeteilt. Ich habe aus dieser Information bereits die wahrscheinlich korrekte Interpretation extrahiert, s.o. (Vergleich des Wochen-Zuwachses in Kent geteilt durch den anderer Tier 3 Gebiete). [Tier 3 ist eins von 4 definierten Leveln von Inzidenz in UK, inzwischen ist Kent Tier 4]
 
Furby kommentierte
Das Beispiel UK zeigt uns, SARS2 mutiert und neue Varianten breiten sich schnell aus und das schon quasi ohne speziellen Selektionsdruck.

Der Selektionsdruck ist doch schon laengst da und sehr speziell - deswegen sicher auch die Variante in UK.
Alle asymptomatischen Infektionen - die nie getestet werden und es nicht merken - verbreiten sich besser - waehrend die Personen mit Symptomen aus dem Verkehr gezogen werden.
 
1 Kommentar
T
Tom.S kommentierte
Das kann so nicht stimmen denn das würde ja bedeuten, dass sich die neue Mutation durchsetzt weil sie nur zu einer Infektion aber keiner Erkrankung führt. Die Menschen erkranken aber an der Mutation genauso.
 
So, mein letztes Posting heute zur UK-Variante ...

Da ja offensichtlich Kent den Trigger bei der Klassifikation der Mutation als besonders ansteckend geleistet hat, hier die Fallzahlen für Kent:

Die grauen Balken sind noch unvollständig gemeldet. Angeblich haben sich andere Tier-3 Infektionsherde viel gutmütiger entwickelt, so dass das dann auffiel.
 
Kommentar
Die Mutation des Corona-Virus sollte uns dazu veranlassen, weiterhin die AHA-Regeln strikt einzuhalten oder noch besser zu Hause zu bleiben, aber wir sollten darüber nicht in Panik geraten.

Beruhigend ist auch, dass die Virologen mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass die jetzt vorgesehenen Impfungen auch gegen die neue Variante des Virus wirksam sind.
 
1 Kommentar
falconeye kommentierte
Streng genommen sagen sie, es gebe aktuell keinen Grund zu vermuten, dem sei nicht so. Daraus leite ich kein "mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen" ab.
 
Heute, 10.00 Uhr, zu sehen bei phoenix:

Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts zur aktuellen Corona-Situation, u.a. mit Prof. Lothar H. Wieler (Präsident Robert-Koch-Institut)

Die ursprünglich geplante Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des bayerischen Ministerrats wurde nach dem positiven Testergebnis von Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann und der daraus resultierenden Quarantäne von Ministerpräsident Söder abgesagt. Die Kabinettssitzung findet wie geplant per Videoschalte statt, die Ergebnisse werden als schriftliche Pressemitteilung veröffentlicht.
 
Kommentar
Neues Dokument der britischen Regierungsbehörde PHE (Public Health England) zur B.1.1.7 Mutante, natürlich auf englisch (PDF):


Christian Drosten gestern gegen Mitternacht auf Twitter zu den Daten:
"Neue Daten zur B.1.1.7-Mutante (heute veröffentlicht). Das sieht leider nicht gut aus. Positiv ist, dass Fälle mit der Mutante bisher nur in Gebieten zunahmen, wo die Gesamtinzidenz hoch oder ansteigend war. Kontaktreduktion wirkt also auch gegen die Verbreitung der Mutante."

Ich übersetze mal Anfang und Ende des Dokuments, die wissenschaftlich interessanten Zahlen stehen natürlich zwischen diesen Textteilen - aber wer damit rechnen möchte, tut das besser mit dem englischen Originaltext, bevor sich Übersetzungsfehler einschleichen:

 
2 Kommentare
falconeye kommentierte
Für Drosten und andere, die die Quelle lesen ...
Es sind einige Fehler im Script enthalten. So z.B. einmal 6.57 und 6.5/7, wo es beide Male 0.57 hätte heissen müssen, meiner Berechnung zufolge. Das hat wohl niemand mehr wirklich gegengelesen, ist wohl recht hektisch in UK z.Zt. ...
 
falconeye kommentierte
Hi Anja, danke für den Link, die Arbeit wurde gestern im Interview von Susan Hopkins schon angekündigt. Ich poste unten mal eine Grafik daraus plus Kommentar.
Die Arbeit bestätigt meine Einschätzung, die ich bereits gestern aus den Interviews gezogen hatte. Drosten hatte da sicher noch besseres zu tun
Ich denke, Stand heute teile ich Drosten's Einschätzung.

Allerdings verstört dieser Satz:
Positiv ist, dass Fälle mit der Mutante bisher nur in Gebieten zunahmen, wo die Gesamtinzidenz hoch oder ansteigend war.
In der Arbeit wird genau anders herum argumentiert: Dort, wo die Mutation auftrat, nahm auch die Gesamtinzidenz zu. Ich werde zu dieser für mich kontroversen Interpretation ein eigenes Posting machen (s.u.).
 
Zuletzt bearbeitet:
Investigation of novel SARS-COV-2 variant Variant of Concern 202012/01

(Anja's Link https://assets.publishing.service.g...947048/Technical_Briefing_VOC_SH_NJL2_SH2.pdf)



Diese Grafik aus der Arbeit zeigt, wie schnell sich die Linie B.1.1.7 in einem Lab lokal durchgesetzt hat. UK hat entdeckt, dass von 3 PCR-Tests (N, ORF1ab, S) zwei die Mutation positiv testen, eine (S) aber negativ. Die Proben mit diesem Verhalten ("S dropout") nahmen exakt gleich zu und werden temporär als Marker für die neue Variante genommen. Dieser Marker funktioniert aber nur in Gebieten, wo und solange dort keine andere Mutation, die negativ im S-Test ist, im Umlauf ist.

UK hat noch KEINE Samples für andere Konsiliarlabore bereitgestellt, daher betrachte ich mal alle Meldungen bzgl. Sichtung/Nicht-Sichtung in anderen Ländern als voreilig. Meist wird dann nur über die Variante S.N501Y oder S.N501Y2 (Südafrika) gesprochen.

UK hat aus den epidemiologischen Daten Schätzungen für ∆Rt abgeleitet. Diese Schätzungen varIieren je nach der benutzten Methode und lauten:
  • 0.57 (0.38 - 0.84 68%CI, lasse es im folgenden weg)
  • 0.74
  • 0.52
  • 0.60
  • 0.56
Von diesen Werten scheint 0.57 favorisiert, man erkennt aber die grosse Unsicherheit.
Aber: Insgesamt ist diese Analyse mit ∆R ~ 0.57 noch einmal deutlich pessimistischer als gestern. Dieser Wert entspricht einer "Week-over-Week additional increase ratio" von +120% und nicht, wie noch am Freitag geschätzt, +70% !

Mit meinem Posting oben bedeutet dies: Selbst mit einer Inzidenz weit unter 50 bis Mitte des Winters und fortgesetztem Lockdowns trotz niedriger Inzidenz!! wird die Inzidenz dann zum Winterende doch wieder auf ca. 100 durch die neue Variante steigen und danach nur noch durch die Impfungen aufzuhalten sein. Das wird im Februar politisch schwierig werden.

Tja, keine gute Nachrichten. Besonders nicht für UK
 
1 Kommentar
AnjaC kommentierte
Danke für Deine Arbeit und Deine Ausführungen, Falk. Die sind für mich sehr wichtig!
 
Investigation of novel SARS-COV-2 variant Variant of Concern 202012/01

Zur Drosten-Anmerkung auf https://twitter.com/c_drosten/status/1341155746575245313
Positiv ist, dass Fälle mit der Mutante bisher nur in Gebieten zunahmen, wo die Gesamtinzidenz hoch oder ansteigend war. Kontaktreduktion wirkt also auch gegen die Verbreitung der Mutante.

Dies ist die Grafik, auf die Drosten Bezug nimmt, im Text steht nichts dergleichen:


In dieser Grafik ist die Zunahme in verschiedenen Kreisen gezeigt. In cyan die neue Variante, gold die alte, grau unbekannt. Man sieht eine deutliche Korrelation: Zunahme insgesamt und Zunahme Cyan. Wo es zunimmt, nimmt auch cyan zu und dominiert den Anstieg. Wo es abnimmt, gibt es kaum cyan.

Drosten: Fälle mit der Mutante nahmen bisher nur in Gebieten zu, wo die Gesamtinzidenz hoch oder ansteigend war.
UK Paper Narrative: die Gesamtinzidenz ist nur noch in Gebieten hoch oder war ansteigend, wo Fälle mit der Mutation signifikant auftreten.

Kontaktreduktion wirkt in UK bisher NICHT auch gegen die Verbreitung der Mutation, bis vielleicht auf ein County, wo es trotz 50% Anteil noch nicht explodiert.

P.S. Ich bevorzuge Mutation statt Mutante, schliesslich leben Viren nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
HaDiDi kommentierte
Mir geht es nicht nur um das Sammeln von Sequenzen, sondern auch um deren Analyse. Mutationen, die die Infektiosität des Virus verringern sind nicht relevant, sie werden sich nicht verstärkt auftreten. Gibt es neue Varianten, die sich lokal sehr schnell ausbreiten, sollte man das in Transkriptionsrate, 3D-Struktur und Bindungsaffinitäten übersetzen können. Daraus kann man ableiten, ob so eine Virusvariante problematischer wird und die Immunisierung durch Vakzine unterwandern könnte.

Ich würde eigentlich erwarten, dass derzeit in Sachsen zumindestens 10-20 SARS2-Genome täglich, die von unterschiedlichen Hotspot-Infizierten gewonnen wurden, sequenziert werden. Die zeitliche und räumliche Ausbreitung von neuen SARS2-Varianten sollte man zeitnah verfolgen können.

Irgendwie haben die "laienhaften" Politiker mal wieder zu einfach gedacht, jetzt haben wir Impfstoffe und in 5-6 Monaten ist SARS2 Geschichte. Viren, wenn auch nur hochkomplexe, aber leblose Makromolekül-Partikel, unterliegen trotzdem der Dynamik der Evolution - Ausbildung von zufälligen Varianten (Mutationen) und deren Selektion, so dass neue Varianten entstehen können. Freund Covid wird uns wahrscheinlich noch länger beschäftigen.
 
Zuletzt bearbeitet:
falconeye kommentierte
fx33 kommentierte
" Kontaktreduktion wirkt in UK bisher NICHT auch gegen die Verbreitung der Mutation "

Wie sollte sich das Virus ohne Kontakt verbreiten?
 
T
Tom.S kommentierte
Wie sollte sich das Virus ohne Kontakt verbreiten?

So wie ich das verstehe, sind damit eigentlich die Vorgaben der Regierung zur Kontaktreduktion gemeint.
 
falconeye kommentierte
SafeVac 2.0 – Smartphone-App des Paul-Ehrlich-Instituts zur Erhebung der Verträglichkeit von COVID-19-Impfstoffen


Quelle und Volltext:
 
Kurt Raabe kommentierte

ja bist du denn schon sooooooooooooooooooooo alt
 
Georgie1956 kommentierte

Kurt, ach wat.... Dass es noch Monate dauern wird, bis ich geimpft werde, ist ja klar.
Es geht mir hauptsächlich darum, dass sich genügend Leute finden, die ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen, damit die Allgemeinheit einen Nutzen daraus ziehen kann. Vielleicht fühlt sich der eine oder andere in meinem Freundes-/Bekanntenkreis animiert, sich auch anzumelden.
 
Kurt Raabe kommentierte

mein Hausarzt ließ durchblicken
das wenn es soweit ist, man sich bei ihm Impfen lassen könnte
 
Georgie1956 kommentierte

Ich dachte die Hausärzte würden erst hinzugezogen werden, wenn die Impfzentren den Hauptschub geschafft haben.
Ok, mir ist egal, wer mir den Pieks setzt. Afaik werden wir ja schriftlich informiert, wenn wir einen Termin machen können. Mir ist nur nicht klar, wie das bei Leuten mit Vorerkrankungen funktioniert, die altersmäßig eigentlich nicht zur ersten Gruppe gehören. Na denn mal abwarten und Earl Grey trinken.
 
falconeye kommentierte
Die App ist in Dart programmiert
 
Risklayer meldet auf Twitter für heute (beim RKI ab morgen früh nachprüfbar) - LW= Letzte Woche
22.533 neue Corona-Fälle
Rekord 177.998 Corona Fälle in 7 Tagen (+11,1% seit LW)
~11,7% positiv Tests
214,2/100.000/7T in Deutschland! Rekord
4.559 Todesfälle in 7T (+29,3%)
938 Tote heute (LW = 795).
5216 Intensiv (+49) - 2726 beatmet (+36)
+5,9% seit LW Dienstag
 
Kommentar
Ist doch egal, welche Nebenwirkungen der Impfstoff hat, den wir doch nicht bekommen.

Da braucht man keine Verschwörungstheorie:
Die Verschwörung, da kann man inzwischen sicher sein, würde bei der hiesigen Politik auch nicht klappen.
(Höchstens die Eigenversorgung funktioniert, die nicht offengelegt wird,
aber es gibt Minister, die zum Hersteller fahren
- ein Schelm, der böses dabei denkt!))

 
falconeye kommentierte

Die Impfung selbst dauert zwar kaum 5 Minuten
Eher 5 Sekunden.
Ehrlich, ich kann das Gejammere nicht mehr hören. Es wird sicher alles verimpft, was reinkommt, und auch so schnell. Aufklärung und Beobachtung kann man wunderbar in Gruppen machen.
 
Beuteltier kommentierte
Welches Gejammere?
Egal, wie lange nun genau eine Impfung mit allem Vorher und Nachher dauert, wenn die Allgemeinarztpraxis ausschließlich Covid-19-Impfungen durchführen würde, fragt sich doch, wer behandelt die vielen anderen Patienten, die normalerweise zum Arzt gehen?
Die einzig sinnvolle Lösung wird sein, viele Impfzentren zu errichten, in denen ausschließlich Covid-19-Impfungen "wie am Fließband" durchgeführt werden, und die Allgemeinarztpraxen damit nicht zu behelligen...
 
Kurt Raabe kommentierte

wo steht bzw hast du gelesen das die Allgemeinarztpraxisen ausschließlich Covid-19-Impfungen durchführen ???????????
es werden doch überall Impfzentren eingerichtet
 
Beuteltier kommentierte

Tom.S schrieb Das bezweifele ich!
Die Impfung von 30 Millionen innerhalb eines halben Jahres ist, wenn überhaupt, nur in sehr vielen, eigens dafür eingerichteten Impfzentren mit viel Personal möglich.
Die Ärzte, Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen haben alle Hände voll zu tun, um mit den regulären Behandlungen "normaler" Patienten und den derzeitigen zusätzlichen Belastungen durch Covid-19-Patienten über die Runden zu kommen - da bleibt keine Zeit für das Geimpfe....
 
falconeye kommentierte

Die einzig sinnvolle Lösung wird sein
Wie wär's denn, das denen zu überlassen, die dafür bezahlt werden? Die Aufgabe ist schliesslich an Schlichtheit kaum zu überbieten.
 
Im Moment wird heftig diskutiert, dass die Zahlen im RKI Dashboard offenbar in einigen SK und LK stark von denen der Landesbehörden abweichen. @falconeye hatte letzten Samstag schon darauf hingewiesen, dass der deutschlandweite R-Wert des RKI zu niedrig ist.

Ein Beispiel aus Potsdam: Das RKI weist eine 7-Tagesinzidenz von 40,5 aus, laut Stadt liegt sie jedoch bei 327,20 (kein Tippfehler).

RKI Dashboard - Potsdam ist dort der kleine gelbe Fleck bei Berlin
Koordinierungszentrum Krisenmanagement in Brandenburg -Klick auf die Grafik öffnet das Dashboard für Brandenburg

Zeitungsartikel der Potsdamer Nachrichten dazu (Überschrift passt mal wieder nicht zum Inhalt...)
 
1 Kommentar
Furby kommentierte
Bei der Menge Zahlen können sicher Übertragungs- und Erfassungsfehler passieren. Wenn man alle Kreiszahlen durchklickt findet man hin und wieder bei LK oder SK mit hohen Inzidenzen "keine neuen Fälle" wie heute beim LK Mittelsachsen und einigen anderen. Exakt werden die Zahlen beim RKI daher auch nicht sein, jedoch schon irgendwie nah an der Realität.
 
Weiss einer, was am 10.12.2020 in der Türkei passiert ist? Lt. JHU-Dashboard haben die über 800.000 Fälle an einem Tag gemeldet. Haben die vorher falsch erfasst/gemeldet?
 
2 Kommentare
falconeye kommentierte
Man meldet nicht an die JHU. Es ist bekannt, dass die Türkei seit Monaten falsche Zahlen meldet. Vermutlich hat die JHU eine Quelle hierfür gefunden.
 
Gianni33 kommentierte

Die Zahlen sind offenbar "getürkt".
 
Um die Gefahr von Neuansteckungen bei Familientreffen an Weihnachten möglichst auszuschließen, habe ich alle Zusammenkünfte in Wohnungen abgesagt und stattdessen meine nächsten Verwandten am 1. Weihnachtsfeiertag zu einer kleinen Wanderung eingeladen, auf welcher ich ihnen sowohl einige landschaftliche Schönheiten des bayerischen Voralpenlandes als auch kunsthistorisch Interessantes nahebringen möchte.
Darauf freuen sich jetzt schon alle.
 
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3 Kommentare
VisualPursuit kommentierte
Gute Idee. Ich hoffe für euch auf passendes Wetter.
 
HaDiDi kommentierte
Schöne Alternativlösung
und wahrscheinlich gesünder, als die Völlerei mit Buttercreme-Torte und Eckes Edelkirsch....
 
Sans Ear kommentierte
Wer wandert ohne Edelkirsch? Verrückte Idee.
 
Eine Frage taucht in Gesprächen epidemologisch wenig Geschulter auf:

Offenbar, aber noch nicht sicher, kann ein Geimpfter zu 90-95% nicht an Covid-19 erkranken bzw. einen schweren Verlauf erleiden, ABER trotzdem andere anstecken. Jetzt stellt sich die Frage, was dann eine Durchimpfungsrate von egal was hilft. Anstecken kann uns das Virus anscheinend, verbreiten (vielleicht auch replizieren) kann es sich offenbar auch. "Nur" die Geimpften erkranken nicht mehr (schwer). Würde für mich bedeuten, dass das Virus weiter bei uns bleibt als wäre nichts geschehen. Abstand, Maske, alles andere auch, wären weiterhin nötig. Nicht, um uns Geimpfte zu schützen, sondern um den Rest der Bevölkerung zu schützen. Das Virus kann schließlich nur "verschwinden", wenn es keine Verbreitungsmöglichkeit mehr vorfindet.

Mein Sohn arbeitet auswärts in hundert verschiedenen Firmen pro Monat. Jeder Kontakt ist eine Ansteckungsmöglichkeit. Nehmen wir mal an, er ist geimpft, wir sind es auch. Unsere Tochter nicht. Die hat auch Kunden außer Haus, denen sie sehr nahe kommt. Er, Sohn, umarmt meine Liebste, ihr passiert nichts, aber sie wird Virusträgerin. Sie umarmt die Tochter, welche dann lustig ihre Kunden anstecken könnte.

Richtig? Falsch? Warum? Gibt es dazu neue Erkenntnisse?
 
HaDiDi kommentierte
Wir alle wollen an den good case glauben, aber der worst case ist durch Studien noch nicht ausgeschlossen. Die Politik will impfen, will, dass möglichst viele dazu nun freiwillig bereit sind, entsprechend positiv sind die Meldungen (incl. der 95% Wirksamkeit). Natürlich bin ich für die Impfung, natürlich erwarte ich eine recht hohe Wirksamkeit von den mRNA-Impfstoffen, aber in der ersten Reihe möchte ich trotzdem nicht stehen.

Im Netz gibts deshalb ja auch schon entsprechende Witzbilder.......


 
HaDiDi kommentierte
Hier geht es nicht um Sensoren.

1)Die Probanden sind sehr heterogen, jung-alt, männlich-weiblich, unterschiedliche Blutgruppen, usw.
2) Infiziert haben sich nur sehr wenige, zufällig und die Infizierten stellen keinen repräsentativen Querschnitt dar.
3) Das Infektionsereignis ist nicht genormt oder standardisiert
4) Zudem wissen wir nicht ob in beiden Gruppen die Probanden ähnlich häufig einer Infektionssituation ausgesetzt waren, dafür waren die Infektionsereignisse viel zu selten.

Klar, man kann was berechnen, bei einer homogenen Gruppe, bei einem repräsentativen Querschnitt der Infizierten und bei einem "genormten" Infektionsverfahren, würden die Berechnungen auch der Wirklichkeit sehr nahe kommen. Hier gibt es aber zu viele Annahmen und zu viele Unbekannte um sicher auf die 95% zu kommen.

Wie hoch die Wirksamkeit dann wirklich im richtigen Leben ist, wird sich in ein paar Monaten besser abschätzen lassen. Ich bin gespannt. Sind es nur 80% wäre es trotzdem hilfreich um die weitere Ausbreitung zu verlangsamen.
 
falconeye kommentierte
Hier geht es nicht um Sensoren.
Doch, irgendwie schon. Da gibt es auch immer dieselben fruchtlosen Diskussionen.
Lies doch bitte selber die Veröffentlichung im NEJM.
 
falconeye kommentierte

der worst case ist durch Studien noch nicht ausgeschlossen
I.d.T.
Nämlich, dass das Virus böse mutiert und die Menschheit ausrottet.


Wie war das ... richtig ... es wird gegen dieses Virus gar keinen Impfstoff geben können ... wurde auch ständig behauptet ... oder ... man lernt, vernünftig mit Wahrscheinlichkeiten zu denken.
 
HaDiDi kommentierte
Man kann auch "worst case" Betrachtungen mit realistischen Wahrscheinlichkeiten machen, ohne zu polemisieren.

Derzeit höre ich zu viele "good case" Meldungen, die sind gut gemeint, aber auch nicht objektiv.
 
In neusten Kekule-Beitrag #133, wieder ein Hammer. In Deutschland wurden in den letzten Monaten rund 850 SARS2-Genome sequenziert, UK sequenziert 130.000 Genome in der Woche.

UK monitorisiert die Entstehung und Ausbreitung von Mutanten sehr zeitnah. Deutschland hat sicherlich keinen Überblick über das Mutationsgeschehen im Lande. Was ist eigentlich in Sachsen los?
 
Zuletzt bearbeitet:
5 Kommentare
falconeye kommentierte
UK sequenziert 130.000 Genome in der Woche.
UK hat seit Beginn der Pandemie ca. 130.000 Genome sequenziert. Das hatte ich bereits früher hier erwähnt und für meine Rechnung auch benötigt.

Das macht ca. 3000 Genome / Woche für UK. Die 850 Genome aus D sind die vom Drosten (Charité). Er wird das aber wohl eher nicht alleine machen, bei der Vielzahl an Laboren in D und der Unmenge an in der Öffentlichkeit umherspringenden Virologen ...
 
HaDiDi kommentierte
Details habe ich nicht nachrecherchiert, ich beziehe mich nur auf Aussagen im Kekule-Podcast. Es scheint aber so zu sein, dass UK deutlich mehr und organisierter sequenziert, als Deutschland. Dass es zu Mutationen kommen wird und dabei neue Virus-Varianten entstehen können sollte man auch in Deutschland wissen, warum wird dann in Deutschland nicht mehr sequenziert? ..... Hat sich der Jens wohl wieder kein Budget vom Olaf geben lassen.
 
Kurt Raabe kommentierte

boh du bist mit beiden (H.Spahn/H.Scholz) per "Du"
 
falconeye kommentierte

ich beziehe mich nur auf Aussagen im Kekule-Podcast
[Ironie] Bitte, das obwohl Du hier mit meinen Beiträgen doch an der Quelle der Weisheit sitzt? [/Ironie]

Wie bereits weiter oben verlinkt: https://www.cogconsortium.uk/wp-con...-2020_SARS-CoV-2-Mutations_final_updated2.pdf

Kumulative Genom-Sequenzen UK bis 10.12.2020: 118,906
Davon in den letzten 28 Tagen: 11,447 (davon 1,416 mal B.1.1.7)
Macht 2862 pro Woche. Oder 136 pro Tag und Großlabor.

Ne, Spaß beiseite .... da hat Kekulé das Paper zu oberflächlich gelesen.

P.S.
So eine Virus-Genomsequenzierung ist auch für UK keine Fingerübung. Die beteiligten UK-Wissenschaftler an der B.1.1.7-Untersuchung sprachen von 3-wöchiger Wartezeit, bis die Sequenzdaten vorliegen. UK hat halt wohl Maschinen dafür für ihre Großlabore gekauft, die wir so in D wegen der dezentralen Labor-Infrastruktur so nicht haben. (Spekulatius) Aber Du hast schon Recht, man hätte Drosten's Labor eine davon zu Ostern schenken können Vermutlich hatte er Besseres zu tun, als den Antrag dafür zu schreiben
 
Zuletzt bearbeitet:
HaDiDi kommentierte
Den Antrag hätte das RKI auf dem kleinen Dienstweg einreichen können und hätte dann dem Drosten und 9 weiteren Refernez-Labors die Sequenzierautomaten incl. Personalstellen und Verbrauchsmittel-Budget zurooten können.
 
Mal eine dämliche Frage an die Virologen oder die wirklich viroloisch Bewanderten hier im Forum: Was genau passiert, wenn in eine Infektion hinein geimft wird?

Eventuell auch interessant: Wie sicher sind die sog. Impfzentren davor, dass man sich dort, statt sich gegen den Virus zu immunisieren erst einmal ansteckt. Ich denke dabei an unvorsichtigen Massenbetrieb und eventuell neuere, stärker ansteckende Virentypen.

Ist bisher etwas über die Eigenschaften der verbreitetsten Mutanten bekannt, oder ist das, was darüber publiziert wird, eigentlich nix als Schwurbelei?
 
1 Kommentar
falconeye kommentierte
Nichts, d.h., Du wirst normal krank.
Kam übrigens in der klinischen Studie zu BNT162b wohl ein paar mal vor. Im übrigen: FFP-Maske tragen ...

Ähnliche Frage: was passiert, wenn ich positiv bin und mich (noch einmal) anstecke? Antwort: ebenfalls nichts.
 
5 Kommentare
Furby kommentierte
Naja, ich denke, dass man das schon ernst nehmen sollte
 
VisualPursuit kommentierte

Erst mal sorry, ich habe gelesen "was passiert wenn eine Infektion hineingeimpft wird" - das ist schon was anderes.
Speziell bei den RNA-Impfstoffen sollte das dann helfen die bestehende Infektion schneller loszuwerden.
Also kein Problem.
 
falconeye kommentierte

Speziell bei den RNA-Impfstoffen sollte das dann helfen die bestehende Infektion schneller loszuwerden.
Tut er nicht, s.o.
Aber eine Impfung hilft, wenn man sich wenige Tage danach ansteckt, bevor die Immunität ausgeprägt ist, oder die zweite Impfung erfolgte. Aber der Schutz ist halt ggfs. nur sehr schwach.
 
HaDiDi kommentierte
Nun normalerweise werden dadurch mehr körperfremde Strukturen (nicht-selbst) dem Immunsystem präsentiert und es könnte zu einem quasi "Booster-Effekt" kommen.
Booster-Effekt - Lexikon der Biologie (spektrum.de)

Dieses ist normalerweise positiv. Die Immunantwort wird schneller, stärker.

Es kann aber auch (in seltenen Fällen) eine überschießende Immunantwort getriggert werden.
 
Furby kommentierte
Danke, eben das wollte ich wissen
 
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