Das Outback erweist sich zuweilen als ziemlich lebens- bzw. Wildcamper-feindlich. Die Backofenhitze als permanente Herausforderungen mal ausgenommen, erleben wir allabendlich eine andere tierische Überraschung. Einmal schlängelt ein riesiger Hundertfüßer flink auf Claudia zu, ein anderes Mal übergroße Kakerlaken (ich dachte, die gibts nur in asiatischen Hotelzimmern...). Später entdecken wir nach dem „Duschen“ mit Wasserflaschen erbsengroße, fette Zecken an unseren Beinen, die eigentlich nur im Sand gelauert haben können. Eine schwarze, haarige Tarantel beendet das romantische Sternschnuppenzählen.
Einen noch größeren Schreck jagt uns der handtellergroße Skorpion ein, der sich beim Abendbrot dazu gesellt. Später entdecke ich noch sieben weitere, ein Skorpion krabbelt nachts hör- und sichtbar die Zeltwand entlang...
# 19 Je gelber, desto potentiell gefährlicher - ich finde den schon ziemlich gelb? Danach haben wir uns angewöhnt, die Stiefel morgens nur mit spitzen Fingern anzufassen und gründlich auszuschütteln.
Die mit Abstand größte Plage sind jedoch weder Zecken noch Skorpione, Hitze oder Trockenheit - es sind die Fliegen! Die Quälgeister leben vom Kuhdung, in der Trockenzeit ein rares Gut, und sind durstig! Tagsüber kleben ganze Fliegenschwärme auf der Suche nach Wasser an uns und kriechen in Augen, Mund, Nasen- und Ohrlöcher. Manchmal atme ich welche ein, oder verschlucke sie. Während sich ordentlich erzogene deutsche Stubenfliegen leicht vertreiben lassen, sind diese Versionen penetrant sondergleichen, machen uns wütend und fertig.
#20 Claudia mit Ohrenstöpseln.
#21 Wir helfen uns tagelang vor dem Gesicht winkend (Einheimische haben dafür einen Begriff: "The Great Aussie Wave"), schließlich geben wir entnervt auf und kaufen uns einen Imkerhut - die beste Investition überhaupt
Zwei Wochen reisen wir mit Monika und Friedemann – rüstigen Frührentnern mit einer gefährlichen Mischung aus norddeutschem und Berliner Humor, die Australien bereits zum 25. Mal mit dem Jeep durchfahren. Wir angeln, kochen, schwitzen, genießen die weinschweren Abende im Busch, lachen Tränen. Wer hätte gedacht, dass Altersunterschiede manchmal so gar keine Rolle spielen?
#22 Frühstück mit Imkerhut und
Great Aussi Wave - das Müsli muss rasch darunter durchgeschoben werden. Gegen den schwarzen Teppich
auf dem Essen hilft das freilich nicht...
#23 Friedemann ist Angelprofi. Neben Snappern fangen wir auch den ein oder anderen Hai (auch wesentlich größere Exemplare) direkt an einem Badestrand. Der erste geht übrigens auf Claudias Konto, als sie nur kurz meine Angel halten soll - ein herber Schlag für die vegetarische Fraktion.