Befreiungsschlag im Alpenraum: Schweizer Militär kappt die Microsoft-Cloud, und das im Eiltempo - das Risiko ist zu groß

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d-hubs

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Das Unbehagen, sich ganz auf Microsoft verlassen zu sollen, zieht momentan immer weitere Kreise: Dänemark, Schleswig Holstein, Mecklenburg Vorpommern, überall wächst die Skepsis, sich voll und ganz auf den US-Riesen zu verlassen🏁 . Auch das Österreichische Heer hat sich bereits abgewandt - nun geht es weiter: die Schweiz🇨🇭 zieht auch die Konsequenzen - aus sicherheitstechnischen Erwägungen heraus: Aufs Ganze gesehen vergeht kaum eine Woche ohne neue Initiativen, Ansätze oder Projektmeldungen. Die Debatte um "Digitale Souveränität", Unabhängigkeit, Transparenz, Sicherheit und nicht zuletzt auch Lizenzkosten ist in vollem Gange. Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen - heute auf die Schweiz...


guten Morgen liebe Community,:)

Die Schweizer Armee bricht mit Microsoft. Wegen des erzwungenen Umzugs in die US-Cloud und der Gefahr durch den US-Cloud-Act sehen die Cyber-Spezialisten ganz entscheidente und elementare ( ja geradezu höchste ) Sicherheitsrisiken für ihre streng geheimen Militärdaten. Viel zu sensibel ist der Bereich als dass hier ein Hosten außerhalb der Schweiz tragbar wäre. Deshab haben die Schweizer Experten sich nun entschieden: Um eine Ausspähung durch US-Behörden zu verhindern, stellen sie ihre Einheiten bis kommenden Oktober flächendeckend auf die Open-Source-Alternative OpenDesk um – ein radikaler Strategiewechsel gegen geopolitische Abhängigkeit.


…. auch auf Reddit wird das Thema diskutiert: Concerns about data security - Moving away from Microsoft: the federal government wants to reduce its dependence

..... mit bereits 178 upvotes und 33 comments

und hier: Adieu Microsoft: Schleswig-Holstein setzt auf Open Source und spart Millionen




mit bereits [ b]800 upvotes und 203 comments[/b]


ein clip Schweiz gegen Microsoft 365 – und Deutschland schaut genau hin



in diesem Zusammenhang sehr wichtig - der Grundsatzartikel auf Wikipedia Open-Source-Software in öffentlichen Einrichtungen


dort werden auch die möglichen Gründe für den Umstieg: dargelegt:

Die Gründe, die die öffentlichen Einrichtungen selbst für eine Migration zu OSS nennen, können vielfältiger Natur sein: Meist müssen alte, bestehende Anwendungen und Betriebssysteme abgelöst werden. Die Motive, warum freie Software ausgewählt wird, lassen sich auf die folgenden – in jedem Einzelfall unterschiedlich zu gewichtende – Punkte zusammenfassen:

  • Unabhängigkeit von einem Hersteller
  • Kosteneinsparungen
  • Maximale Flexibilität
  • Hardwareplattform-Unabhängigkeit
  • Sicherheit
  • Wirtschaftsförderung

last but not least - ein Heise-Artikel: Cyber-Spezialisten des Schweizer Militärs verlassen Microsoft-Cloud

Wegen Cloud-Zwang und geopolitischer Abhängigkeit von den USA migrieren die Cyber-Spezialisten der Schweizer Armee in Rekordzeit zur deutschen Lösung OpenDesk. https://www.heise.de/news/Schweizer...ndo-Cyber-setzt-auf-Open-Source-11361475.html

Euch allen hier auf der Community noch einen schönen Tag, :)
 
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Das ist alles hoch interessant!
Ich bin kein InfoSec Experte, kenne allerdings viele und bin mit solchen Themen oft in Berührung. Als Laie, so weit vorneweg.


Den US-Cloud-Act gibt es (in früherer Fassung) schon sehr lange, schon in den frühen Nuller Jahren haben wir darüber gesprochen.
Den US-Diensten muss in bestimmten Situationen Zugriff auf Providerdaten gegeben werden.
Das ist also keineswegs neu. Der Ami sieht alles, dass muss einem schon lange klar sein.
Warum jetzt aussteigen? Was ist neu? (—> das wäre interessant!)

Grundsätzlich fände ich eine autarke Aufstellung eines Landes (oder Europas) gut.
Was mir nur völlig unklar ist (und ich habe Zweifel!): kann das mit Opensource-Software gelingen?
Kriegt man die wirklich “dicht”?
Warum nur die Office Suite und nicht gleich das OS?
 
ni27fo
ni27fo kommentierte
"Wegen des erzwungenen Umzugs in die US-Cloud" - verstehe aber nicht den Hintergrund. MS hatte doch bisher eine EU-Cloud, oder? Warum muß also jetzt in die US- Cloud gezogen werden?
 
peterkdos
peterkdos kommentierte
Die bisherigen Office-Pakete basierten auf der lokalen Netzwerkstrukturen.

Dadurch waren auch die Daten lokal, im Besitz der Eigentümer. Oder sie wurden an die Serverfarmen ausgelagert, die meistens lokal waren.

Das ist jetzt nicht mehr möglich, sondern wird von MS kontrolliert und die Datenverwaltung ist nicht mehr transparent.
 
F
forensurfer kommentierte
Was neu ist - Trump und seine unausgegorenen Auswüchse sind neu und nicht wirklich vertrauenswürdig.
 
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte

Die USA waren nie vertrauenswürdig, siehe Snowden.
Die Vorgänger des orangen Affen haben es aber nicht so merken lassen.
Sie waren aber *immer* "agreement incapable" - die first nations können seit den Reservatsverträgen ein Lied davon singen.
 
shovelhead
shovelhead kommentierte
So Sachen wie Firefox sind eigentlich phantastische Beispiel dafür, dass Open-Source Software DEUTLICH sicherer ist, Privatsphäre wesentlich ernster nimmt, als zB ein IE oder Edge.
 
Auch in deutschen Bundes-Behörden wird über einen Umstieg nachgedacht!
 
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F
forensurfer kommentierte
Wird auch höchste Zeit. Wer sich dazu z.B. noch an eine Amazon Cloud andockt, kann eigentlich gleich alles offenlegen...
 
Wie sich diese Abhängig äußert, wurde in den letzten Monaten sehr konkret:
- ein Richter des Internationalen Strafgerichtshofs hatte keinen Zugriff auf seine Mails
- Nicht-US-Bürger konnten plötzlich nicht mehr auf bestimmte KI-Modelle von Anthropic zugreifen

Alle Firmen sollten - sofern noch nicht geschehen- analysieren, was eine Nichtverfügbarkeit von den Diensten eines US-Dienstleisters für ihre Produkte und Lieferketten konkret bedeuten würde und ggf. Maßnahmen ergreifen.
 
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peterkdos
peterkdos kommentierte
Nicht nur das, es geht auch um das (Wissens)Eigentum dieser Firmen, die von den zuständigen Stellen jederzeit einsehbar sind.

Und bei der derzeitigen Regierung ist die Weitergabe der Daten nicht ausgeschlossen.
 
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte

Wesentlicher Auftrag von CIA und NSA war immer auch Wirtschaftsspionage.
Daran hat sich mit dem derzeitigen Circus Ringmaster nichts geändert.
 
Nicht nur das, es geht auch um das (Wissens)Eigentum dieser Firmen, die von den zuständigen Stellen jederzeit einsehbar sind.

Und bei der derzeitigen Regierung ist die Weitergabe der Daten nicht ausgeschlossen.
Vor knapp 15 Jahren war das bereits ein Thema, da wollte ein Kunde, dass er alle Logdateien vorher prüft, bevor diese an Microsoft geschickt werden sollten. Begründung: es sei ein offenes Geheimnis, dass die Geheimnisse bei US-Firmen Mitarbeiter eingeschleust hätten, die Industriespionage betreiben.
Hintergrund: besagter Kunde hatte eine Patent-Datenbank, die unter Microsoft Sharepoint lief.
 
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Alles old News.

Mein Fragezeichen bleibt:
Kann eine OpenSource Infrastruktur sicher sein?

Meine Befürchtung ist, dass da so viele Löcher sind, wie ein Sieb hat.
 
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shovelhead
shovelhead kommentierte
Open Source ist sicher, weil Jeder nach Fehlern und Lücken suchen kann - Nichts ist versteckt. Closed-Source ist unsicher, weil ein Unternehmen eher kein Interesse daran hat, eventuelle Fehler öffentlich zu machen oder zu beheben.
 
Alles old News.

Mein Fragezeichen bleibt:
Kann eine OpenSource Infrastruktur sicher sein?

Meine Befürchtung ist, dass da so viele Löcher sind, wie ein Sieb hat.
Bei proprietärer Software gibt es zumindest in manchen Ländern den Verdacht, dass der jeweilige Hersteller Hintertüren („backdoors“) einbaut, über die staatliche Stellen Zugriff bekommen können und Hacker werden diese früher oder später auch ausfindig machen.
Vor 30 Jahren wurde bei Lotus Notes zwischen einer US-Version und einer Export-Version unterschieden. Die US-Version hatte länge Schlüssellängen als die Export-Version, die Gründe dürften auf der Hand liegen.

Auch bei Open Source könnte jemand eine Backdoor heimlich einbauen, allerdings dürfte diese schneller auffindbar sein - gerade mit KI-Modellen wie Claude & Co soll das erheblich schneller gehen als „zu Fuß“ und angeblich war das einer der Gründe, wieso Nicht-US Bürger deren leistungsfähigste Modelle nicht nutzen dürfen sollten.
 
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VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Bereits in Windows for Workgroups gab es eine nsa.dll - da war man noch so schafsnasig das im Klartext reinzuschreiben.
 
kann das mit Opensource-Software gelingen?
Dazu bräuchtest Du Anwender, die mit Software umgehen könnten. Da das utopisch ist (Das wäre so, wie wenn Du Auto fahren willst, solltest Du es auch reparieren können), brauchst Du Dienstleister, die die Software warten.
Warum sollte aber jemand, der diese Fähigkeiten hat, sein Wissen der Gemeinschaft kostenlos zur Verfügung stellen? Die üblichen OpenSource-Lizenzen sehen (in verschiedenen Ausprägungen) vor, dass OpenSource auch OpenSource bleibt. Sowas führt dann zu Konstruktionen, wie Apple oder Google, die Basis ist OpenSource (bspw. FreeBSD, bspw. Chromium), die Feinheiten, das was MacOs, iOs oder das Google-Ökosystem auf dem ChromeBrowser ausmacht, bleibt ClosedSource. Und damit ist dann auch wieder die Kontrolle und die Souveränität weg.
Im Business-Umfeld willst Du auch gar kein OpenSource haben, sondern jemanden, den Du verklagen kannst, wenn etwas schief geht.

Wo OpenSource funktionieren könnte, wäre im öffentlichen Sektor. Man könnte das das amerikanische Prinzip anwenden, was aus Steuermitteln gezahlt wird gehört der Allgemeinheit und jeder kann damit machen, was er will.
 
shovelhead
shovelhead kommentierte
Mit Open-Source wird durchaus viel Geld verdient. so kleine Klitschen wie Toyota Sodexo, Delmonte oder Danone (um nur ein paar zu nennen) nutzen Odoo (vormals OpenERP) - das weltweit meistgenutzte Open-Source ERP und CRM: https://www.odoo.com/de_DE

Auf seiner Website werden rund 80'000 Unternehmensreferenzen angegeben, darunter die oben genannten: https://www.odoo.com/de_DE/customers/page/1

Obwohl Odoo gemeinfrei ist, ist es nicht unbedingt kostenlos. Grundsätzlich kannst Du es Dir runterladen und ohne jeden Support selbst auf Servern und Arbeitsplätzen installieren. Viel Glück. Ein Unternehmen kann aber auch Businesspakete mit Support buchen, oder - und das ist der häufigste Fall - sich an Consultants wenden, die Odoo vor Ort Installieren und auf das Unternehmen anpassen. Das kosten Geld (ab 1500.- Euro pro Consultant und Tag). Rechne Mal mit rund 500'000 Euro Installation und Anpassung für ein Unternehmen mit 50-100 Arbeitsplätzen (Produktion und Transformation eher mehr, Sevice und Tertiär eher weniger) und weiteren 10 Riesen monatlich für Pflege und Updates.

Jedes (!) von einem Consultant individuell angepasste Modul steht ALLEN Odoo Arbeitsplätzen weltweit kostenlos zur Verfügung. Jede neue Codezeile wird von tausenden Consultants weltweit gesehen und überprüft. Es besteht keinerlei Abhängigkeit von einem einzigen Software-Giganten und dessen .... fragwürdiger (?) Datensicherheit und Integrität. Hier sieht wirklich Jeder, was im Code steckt , und die firmeneigene IT bekommt jede Änderung mit.

Open-Source ist nicht unbedingt wesentlich billiger, es ist aber immer viel, viel sicherer. Deshalb setzen durchaus viele, grosse Unternehmen - und immer mehr kommunale und staatliche Behörden - auf Open-Source Lösungen. In Frankreich zB. die Gendarmerie, das Militär, das Parlament und die Rüstungsunternehmen Safrane und Dassault. Als Atommacht ist Frankreich durchaus penibel, wenn es um Datensicherheit geht
 
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shovelhead
shovelhead kommentierte
@markusm1000

Stell mal die ClosedSource Anbieter daneben: Adobe 24 Mrd $, SAP 36 Mrd $.

Naja, Du vergleichtst Linux Distributionen (Betriebsysteme) mit Anwendersoftware ... aber nehmen wir mal an, ich spiele Dein Spiel: wieviel davon ist Wasserkopf, Werbung, Shareholder Benefits? Und gerade Adobe hat uns Allen mit dem (Macromedia) Flash-Player gezeigt, dass die Sicherheit der Nutzer und Datenintegrität ganz vorn im Lastenheft stehen, oder?
 
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VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte

Bei den diversen Watchdog-Seiten sind in rund 30 Jahren genau drei Data Breaches für Accounts von mir gelistet.
Zwei davon hat Adobe geschafft.
 
volkerm
volkerm kommentierte
Witzig, dass du Dassault erwähnst in Sachen Open Source. Die sind als Softwareanbieter ein Gigant im Bereich proprietärer CAD- und Simulationslösungen. https://www.3ds.com/de/
 
shovelhead
shovelhead kommentierte
Ja. Das ist aber nicht das Kerngeschäft von Dassault Défense, sondern ein komplett eigener Unternehmensbereich. Siemens Waschmaschinen und Siemens Lokomotiven tragen auch den gleichen Schriftzug, ohne besonders viel Überschneidungen zu haben.
 
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Auch bei Open Source könnte jemand eine Backdoor heimlich einbauen, allerdings dürfte diese schneller auffindbar sein
Man weiß ja nicht wer alles bei der Erstellung mitgewirkt hat.
Sicherheit überprüfen (also den Code prüfen) kann ja niemand, nur die KI. Und dies im Guten wie im Bösen.

Ich fürchte, wenn staatliche Dienste sich einfach in die OS Entwicklung einschleichen, dann entstehen unzählbare Lücken.

So bitter das ist: bei US Software weiß man wenigstens wer mitliest. Bei OS kann das im Zweifel jeder sein: Russland, Indien, Iran, China, NKorea, you name it.
 
5 Kommentare
ni27fo
ni27fo kommentierte
Sicherheit überprüfen (also den Code prüfen) kann ja niemand, nur die KI.

Ich fürchte, wenn staatliche Dienste sich einfach in die OS Entwicklung einschleichen, dann entstehen unzählbare Lücken.
Ich bin mir jetzt gerade nicht sicher, ob Du weißt, wie moderne Software Entwicklung abläuft ...
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
Mit Github Copilot?
 
ni27fo
ni27fo kommentierte
Zum einen gibt es schon noch genügend Leute, die Code lesen und verstehen können, zum anderen ist ja ein wesentliches Element beim Gitflow eben der Review. Man kann nicht einfach irgendeinen Code ins Projekt bringen, der nicht vorher geprüft wurde
 
shovelhead
shovelhead kommentierte
Sicherheit überprüfen (also den Code prüfen) kann ja niemand, nur die KI. Und dies im Guten wie im Bösen.

@Wuxi Die am allerwenigsten. C oder irgendwelche C Evolutionsstufen sind bekannt schwierig zu lesen und debuggen, aber es wird immer wieder und überall gemacht. Womit willst Du eine KI beauftragen? "Suche nach offenen Ports"? Davon gibt es Tausende und 999 werden gelegentlich gebraucht.

Sicherheitslücken werden immer noch von Menschen entdeckt.
 
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VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Russland, Indien, Iran, China, NKorea lasse ich im Zweifel lieber mitlesen als das Empire of Lies.
 
Ich würde mich ja totlachen wenn die MS abschaffen aber weiterhin auf CS Falcon und ähnliche Security Tools setzen :LOL:
 
1 Kommentar
shovelhead
shovelhead kommentierte
Die Idee ist gar nicht so sehr MS oder Apple "abzuschaffen" sondern deren Software auch gemeinfrei zu stellen, so dass Jeder die Lücken erkennen und schliessen, Erweiterungen und Verbesserungen entwickeln kann.
 
Dazu bräuchtest Du Anwender, die mit Software umgehen könnten. Da das utopisch ist (Das wäre so, wie wenn Du Auto fahren willst, solltest Du es auch reparieren können), brauchst Du Dienstleister, die die Software warten.
Warum sollte aber jemand, der diese Fähigkeiten hat, sein Wissen der Gemeinschaft kostenlos zur Verfügung stellen? Die üblichen OpenSource-Lizenzen sehen (in verschiedenen Ausprägungen) vor, dass OpenSource auch OpenSource bleibt. Sowas führt dann zu Konstruktionen, wie Apple oder Google, die Basis ist OpenSource (bspw. FreeBSD, bspw. Chromium), die Feinheiten, das was MacOs, iOs oder das Google-Ökosystem auf dem ChromeBrowser ausmacht, bleibt ClosedSource. Und damit ist dann auch wieder die Kontrolle und die Souveränität weg.
Im Business-Umfeld willst Du auch gar kein OpenSource haben, sondern jemanden, den Du verklagen kannst, wenn etwas schief geht.

Wo OpenSource funktionieren könnte, wäre im öffentlichen Sektor. Man könnte das das amerikanische Prinzip anwenden, was aus Steuermitteln gezahlt wird gehört der Allgemeinheit und jeder kann damit machen, was er will.
Gerne helfe ich mit ein paar Fakten aus: OpenSource wird natürlich im Business-Umfeld eingesetzt. Suse als Linux-Betriebssystem, die auch - selbstverständlich gegen Bezahlung - den Support übernehmen. Läuft bei SAP auf allen virtuellen Servern im Cloud-Umfeld, bei dem Kunden ihre Dienste betreiben lassen können.
 
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Wie viele Linux-Dienstleister vom Range Microsofts oder Apple gibt es? RedHat, das ist ein richtiger Klotz, hat einen Umsatz von 3-4 Mrd $. Suse, das wohl viele in Deutschland und Europa kennen, hat so um die 700 Mio $ Umsatz.
Stell mal die ClosedSource Anbieter daneben: Adobe 24 Mrd $, SAP 36 Mrd $.

Dementsprechend ist eben auch die Innovationskraft. Ohne einen großzügigen Spender oder einen staatlichen Akteur ist es illusorisch, davon zu träumen, man könnte etwas wie MS365 oder ChatGPT durch OpenSource ersetzen.
Wo finden sich jetzt gleich EU-Fördergelder in Höhe von 10 Mrd EUR oder auch mal 100 Mrd EUR für einzelne Softwareprojekte? Ich hörte mal in den Nachrichten, dass die EU ein KI-Projekt mit 28 Mio förderte - wo MS 10 Mrd in OpenAI reinbuttert.
Mittlerweile sind die USA und die TechBros bei rund einer Bio. für KI. Was macht die EU?
Um das einmal einzuordnen: bei Microsoft arbeiten ca. 100 Leute an Word, davon 90 an der Lokalisierung (= Übersetzung in andere Sprachen). Bei anderen MS-Produkten mögen das ein paar Leute mehr sein, aber da sitzen nicht tausende Microsoft-Entwickler herum, die neue Features implementieren oder Bugs beheben.
 
3 Kommentare
shovelhead
shovelhead kommentierte
@quadratlatsche Das deckt sich mit den mir bekannten Zahlen von Libre-Office. Etwa 50, vielleicht 60 fest angestellte Mitarbeiter für das ganze Paket (freigestellt von Collabora, RedHat, IBM oder von der Open Document Foundation bezahlt) - und etwa die gleiche Anzahl an gelegentlichen Codern, und Übersetzern, grösstenteils Freiwillige, teils nur mit einer einzigen Eingabe, teils mit wiederkehrenden Contributions.
 
Zuletzt bearbeitet:
quadratlatsche
quadratlatsche kommentierte
Das heisst aber in Umkehrschluss, dass vermeintlich „kleine“ Anbieter wie Suse für 700 Mio €/Jahr einiges in Development und Fixing investieren können.
Meine Erfahrung aus 15 Jahren IT Betrieb ist die, dass selbst bei „großen“ Playern die Fehlersuche und das Fixing teilweise unerträglich lange dauern können.
 
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Serif hat die Affinity-Suite mit nur 23 Entwicklern aus dem Boden gestampft.
Ein Wasserkopf wie der von Adobe ist also gar nicht nötig.
 
Kann eine OpenSource Infrastruktur sicher sein?
Nicht unsicherer als "closed SW", eher sicherer, weil alle reinschauen können
Dazu bräuchtest Du Anwender, die mit Software umgehen könnten.
Dem Anwender dürfte egal sein ob Excel vom M$ oder das freie LibreOffice.
Und ob im Hintergrund ein Windows läuft oder ein Linux/Unix, ist dem Endanwender mittlerweile auch ziemlich egal.
Anschalten, anmelden, arbeiten ....
Sicherheit überprüfen (also den Code prüfen) kann ja niemand, nur die KI.
Äh, nein :book: :46:
 
Kommentar
Ich finde das in sofern befremdlich, dass man Microsoft rausschmeißt, aber weiterhin auf amerikanische computerisierte Rüstungstechnik (F-35) setzt. Da ist man meiner Ansicht nach weitaus gefährdeter, als bei Cloud und Office.
 
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VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Die F35 haben durchschnittlich 25% volle Einsatzbereitschaft.
("full mission-capable rate") Hangar Queens. Built for profit, not for work.
Die neuesten Batches haben nicht einmal Radar. Man setzt "übergangsweise"
Hantelscheiben ein, bis man wieder Radarmodule bauen kann.
Das kann dauern, weil der Wirtschaftskrieg gegen China.... sagen wir "Engpässe"
bei der Beschaffung seltener Erden erzeugt hat.
 
W
W.W. kommentierte
Ja, wenn man denen den Wirtschaftskrieg erklärt, von denen man Rohrstoffe benötigt...

Aber selbst wenn die Einsatzfähigkeit bei 100% läge, wäre es auf Grund der Vernetzung der F-35 für die USA vermutlich leicht, die komplette Flotte lahmzulegen.
 
Bettina
Bettina kommentierte
Bevor wir uns den Themen dieser Community weiter entfernen, mache ich hier dicht.
 
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