Ich kam nachmittags nach 16 Uhr auf dem Gelände an und fand draussen erst mal eine Gruppe von 30 bis 40 Leuten vor, die anscheinend unter Anleitung an einem Fotowalk übers Gelände teilnahmen. Von der Zenza Bronica 6x7 über klassische Rolleiflex und Hasselblads zur Meßsucher-Leica bis zu allen japanischen SLR-Modellen der 1960er - 1990er Jahre war in dieser Gruppe alles vertreten. Auch Laufbodenkameras oder die eine oder andere Kameramarke aus früheren Ostblockländern. Na ja, Rudelknipsen in so großer Zahl unter Anleitung ist nicht mein Ding.
Ich hatte die Rolleiflex 3,5 aus dem Nachlass meines Vaters dabei, die von Michael
@Beuteltier vor 2 Jahren mal gereinigt wurde, nach seinem Eindruck aber wohl eine Überprüfung und Justage der Verschlusszeiten braucht. Vielleicht wäre ja eine spezialisierte Kamera-Werkstatt vertreten, die so etwas kann, so dachte ich mir, und lies die Rolleiflex erst mal im Rucksack, um meinen Rundgang anzutreten.
Beim Eintritt in die Veranstaltungshalle war ich von den hohen Besucherzahlen überrascht. Ja, es gibt diesen Trend zur Rückbesinnung auf die analoge Fotografie. Aber so viel Zuspruch von jung bis alt hatte ich nicht erwartet.
Nach dem ersten Rundgang hatte ich, wie Michael
@VisualPursuit schon schrieb, ebenso den Eindruck, dass an vielen Ständen die Fotos im Mittelpunkt stehen. Die Vielfalt analoger Aufnahmetechniken war natürlich schon erkennbar, weil eine ganze Reihe von Austellern auch dazu etwas zeigten. Aber die Analog Art Affair ist keine Kamera-Börse. Eine Foto-Werkstatt für meine Rolleiflex habe ich auch nicht angetroffen.
Dann begegnete mir Peter Braczko, unverkennbar mit der Nikon-Ledertasche und einer Nikon-Meßsucher-Kamera mit N-Nikkor 1:1.1 f=5cm ausgestattet, den ich freudig begrüsste, mich vorstellte und sofort eine gute gemeinsame Gesprächsebene mit ihm fand. Wir unterhielten uns gut eine halbe Stunde lang über alle möglichen Themen rund ums Fotografieren in technischer, kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht und tauschten zum Schluss unsere Kontaktdaten aus. Wir kamen zu dem gemeinsamen Ergebnis, dass die Digitalfotografie uns Fotografen so viele Vorteile bringt, dass wir nicht mehr von der analogen Fotografie mit ihren Prozesszeiten abhängig sein wollen. Unbedingt behält die analoge Fotografie ihren kulturellen Wert und eigenen ästhetischen Reiz, wie auch als Objekt von Sammlern und Liebhabern ihrer Werkzeuge.
Für mich war es ein spannender Nachmittag mit vielen schönen Anregungen. Mit großer Wahrscheinlichkeit besuche ich diese Ausstellung im nächsten Jahr wieder. So weit mein persönliches Fazit zur Analog Art Affair.
Wer von Euch war noch dort und möchte hier von seinen Eindrücken berichten?