Ausstellung „Der Schatten der Avantgarde. Rousseau und die vergessenen Meister“ in Essen

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"Du mußt unbedingt Rousseau mit in den Titel nehmen,
den kennen die Leute. Sonst kommen sie nicht …", so
Kasper König bei der Präsentation der von ihm mit Falk
Wolf kuratierten Ausstellung

„Der Schatten der Avantgarde.
Rousseau und die vergessenen Meister“


im Essener Museum Folkwang (bis 10. Januar 2016),
die ich im folgenden vorstellen werde.


In von Hermann Czech exzellent gestaltetem Ambiente,
deren halboffene Architektur viele Durchblicke ermöglicht,
sind 13 Künstler zu entdecken, die lange nur der Naiven
bzw. Outsider-Kunst zugerechnet wurden, obschon auch
sie ein wesentlicher Bestandteil der Moderne sind.




Zwei Blumenbilder von Séraphine Louis


Gezeigt werden über 200 Werke – das Spektrum reicht
dabei von Malerei und Zeichnung über Plastik bis zu
Fotografie. Jeder der Positionen ist ein eigener Raum
oder Bereich gewidmet, um das jeweilige Kunstwerk in
seinem eigenen Kontext intensiv erleben zu können.



 
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Immer wieder spannend sind die Korrespondenzen:




Links "Rauchender Soldat" von Fernand Léger, rechts
André Bauchant "Der Brand des Tempels von Ephesus"



In diesem Fall zeigen sich Verbindungen zwischen dem
Malstil und die Beziehung einer gemeinsamen Ausstellung.



 
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Hier dagegen korresponieren zwei Farbwirkungen:




Das "Zebra" der Recklinghäuser Künstlers Erich Bödeker
vor Légers "Rauchender Soldat"



Erich Bödeker hat vor alle Tiere geschaffen, die auf ersten
Blick recht naturalistisch wirken, in Haltung und Ausdruck
oft aber verblüffend gewitzt erscheinen.



 
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Doch auch Nackte gibt es in manigfaltiger Gestalt:




Ein "Akt am Fenster" von Morris Hirshfeld begegnet
"Kreisformen, Sonne" von Robert Delaunay



Gerade Morris Hirshfield's Akte, die nur vordergründig
naiv wirken, strahlen eine stille Schönheit aus, die in
bemerkenswert dezentem Duktus "la femme" huldigen.


 
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Fotografen dagegen werden von den eigentümlich
archaisch wirkenden Fotografien des Tschechen
Roland Tichy fasziniert sein:








Mit (angeblich) selbstgebauten Kameras lichtete er
geradezu monomanisch und obzessiv über Jahre
hinweg zahllose Frauen seiner Heimatstadt ab, was
zu unglaublich intimen, doch nie voyeuristischen
Portraits führte.


 
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Neben den Tieren sind mythologische Darstellungen
ein weiteres Themenfeld, das viele der gezeigten
Künstler teilen:




"Heilige Maria von Ägypten" von Emil Nolde


Auch dieses Bild von Nolde als Referenz zu den biblisch
inspirierten Werken von Adalbert Trillhaase zeigt übrigens
einen Löwen.




"Adam und Eva – Vertreibung aus dem Paradies" (links)
und "Kain und Abel" (rechts) von Adalbert Trillhaase




 
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Der wohl bekannteste Löwe der Essener Ausstellung
stammt von Henri Rousseau, von dem neben seinen
großformatigen Dschungelbildern auch einige Portraits
zu sehen sind.




Henri Rousseau "Der hungrige Löwe wirft sich auf die Antilope"


Davor Hermann Czech (Ausstellungsarchitektur), die
beiden Kuratoren Falk Wolf und Kasper König sowie
vorne Tobia Bezzola (Direktor des Museum Folkwang).




Der Schatten der Avantgarde.
Rousseau und die vergessenen Meister

2. Oktober 2015 bis 10. Januar 2016

Museum Folkwang
Museumsplatz 1, 45128 Essen
www.museum-folkwang.de

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr
Donnerstag und Freitag 10 – 20 Uhr
Montag geschlossen

Eintrittspreise:
Standard: 8 €
Ermäßigt: 5 €

Katalog:
25 € (Museumsausgabe), 29,80 € (Hatje Cantz)


Ab sofort ist der Eintritt in die ständige Sammlung frei.
Ermöglicht wird dies durch die großzügige Unterstützung
der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.


 
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Lieber Sven,

"Du mußt unbedingt Rousseau mit in den Titel nehmen, den kennen die Leute. Sonst kommen sie nicht …",​


öhm. Genau dies führte bei mir zu Irritationen: was hat Jean-Jacques mit der Avantgarde zu tun? Und dann erst mal Gehirn einschalten: "ach nee, der heißt ja Henri"

Eine schöne Ausstellung, auch die Zusammenstellung der Exponate gefällt mir. Wenn ich denn mal nach Essen käme, dann würde ich ja ...

Danke für den Bericht und die Bilder, wie immer klasse!
 
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