Überraschend Nordfriesland - die Bahn macht's möglich :-)

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Waldläuferin

Guest
Überraschend musste ich nach Nordfriesland - Die Bahn macht’s möglich

Meine 2. Tochter, die gerade das Abitur macht, wird Biologie und Physik studieren und hat sich für ein ökologisches Jahr im Wattenmeer beworben. Sie kam unter die beiden Anwärter, die in die enge Auswahl kamen und wurde zu einem persönlichen Gespräch nach Nordstrand in Nordfriesland gebeten. Kurzerhand die Züge gebucht und alles war gut.

Aber die GDL (Gewerkschaft der Lokführer) meinte, dass müsste nicht so sein und fing wieder einmal einen Streik an. Sonja’s Züge fielen aus, kein anderes Hinkommen mehr. Sie wollte traurig auf die Chance verzichten, aber das wollte ich nicht zulassen und habe kurzerhand drei Tage Urlaub genommen.
Am Mittwoch um 5.30 Uhr fuhren wir los. Es sind bloß 550 km bis dort. Um 8.50 Uhr waren wir in Bremen, alles lief gut, sogar schneller, als ich gedacht habe.
Dann ohne eine Vorwarnung durch den Verkehrsvorhersagedienst (mein Navi hatte mich gewarnt, aber mein Navi hat sehr oft unrecht ), fuhr ich auf ein Stauende auf. 10 Minuten später kam die Durchsage im Radio: Vollsperrung der A1 Richtung Hamburg bis ca. 12-13 Uhr wegen eines schweren LKW-Unfalls in einer Baustelle. Die Um- bzw. Ableitungen waren komplett zu, wurde auch im Radio gemeldet. Kurzerhand bin ich dann Richtung Bremen, um von dort über Bremerhaven nach Hamburg zu fahren, also großräumig alles zu umfahren. Alles war gut, es war eine gute und schnelle Fahrt, bis.......
die Durchsage kam, Vollsperrung der B74 (auf der ich unterwegs war) zwischen Bremen und Bremerhaven wegen eines schweren LKW-Unfalls . Kurz und gut, bin dann irgendwie nach Hamburg und Husum gelangt. Für die dummen 550 km habe ich geschlagene 9,5 Stunden gebraucht und viele Nerven.
Aber endlich waren wir am Ziel, meine Tochter verschwand in der Wattenmeerschutzstation, wo sie den Mittwoch und Donnerstag verbringen sollte.
Ich bin dann zu der Vermieterin, die mir ein Nikonforum-Team-Mitglied hier privat genannt hat (ein dickes Danke-Schön für den Tipp!!) und dann hatte ich bis Donnerstagabend für mich, den Freitag wollte ich dann mit meiner Tochter die Umgebung erkunden und am Samstag zurückfahren.
Nach der Horrorfahrt hat dann auch alles geklappt. Wenn Ihr Lust habt, dann möchte ich Euch einige Bilder über diesen Kurztrip zeigen.

Ich fange an mit meiner Unterkunft: mitten in Wiesen gelegen, urig und sehr komfortabel. Meine Wohnung war die gesamte linke untere Hälfte. Es ist eine ehemalige Ziegelei, die von der Vermieterin gekauft und umgebaut wurde.




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Die Holzdecken waren einmalig schön


Ich möchte darauf hinweisen, dass das keine Werbung für Tamron ist. Die Tasche, die es bei der Photokina im Jahr 2014 umsonst gab und sehr tragfähig ist, nutze ich für Einkäufe oder eben für Lebensmittel in solch einem Fall! Ich habe am ersten Abend nicht darauf geachtet, dass das Werbung sein könnte!
 
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Abends bin ich dann nur mit den beiden Collies lange spazieren gegangen, denn die haben ja den ganzen Tag bis auf kurze Pausen im Auto gesessen.

Aber am nächsten Tag bin ich dann zum Meer runter.
Und….da war kein Meer .
Ich habe mir noch nie Gedanken über das Wattenmeer gemacht, geschweige denn, dass ich es je gesehen hätte. Nun musste ich mich damit beschäftigen.

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Hinten im Hintergrund der kleine dunkle Fleck ist eine Hallige. Halligen sind kleine, nicht oder nur wenig geschützte Marschinseln vor den Küsten, die bei Sturmfluten überschwemmt werden können und bewohnt sind.
 
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Nachdem meine Tochter dann Donnerstagabend zu mir kam (sie war den ganzen Tag damit beschäftigt Vögel zu zählen), machten wir am Freitag einen Abstecher mit dem Schiff über die Insel Pellworm nach Hallig Hooge, Fahrtzeit knapp 1,5 Stunden. Hallig Hooge hat derzeit 80 Einwohner, eine Grund- und Hauptschule mit 4 Schülern .


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Laut Kapitän werden 6.000 Liter Wasser in der Sekunde durch die Pumpen gepresst. Aus dem Grunde musste das Schiff auf der Hinfahrt bei Ebbe an einigen Stellen ganz langsam werden, da die Wassertiefe der Priele nicht ausreichte, auf der Rückfahrt bei Flut ging es die ganze Strecke so schnell.







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Unterwegs sahen wir auch Seehunde, aber natürlich weit entfernt.







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Fischerboote bei der Arbeit







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Es war zwar sehr schönes Wetter, aber ziemlich diesig und vor allem sehr windig. Ankunft am Hafen von Hallig Hooge.






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Die Wiesen von Hallig Hooge werden von Prielen durchzogen, die aus Brackwasser bestehen. Die Deiche und Wiesen durften wir meist einfach querfeldein laufen, allerdings mussten die Collies natürlich an der Leine laufen.








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Damit man über die Priele kommen kann, sind kleine Brücken vorhanden.






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Im Brackwasser suchen die Vögel gerne nach Fressbarem.






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Dann gab es natürlich auch Sperrgebiete

 
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Hat sich doch - wider Erwarten - die kleine Reise doch sehr gelohnt...zumindest für mich als Betrachter deiner wunderschönen Impressionen ... :up::up::up:
 
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Gut, du bist nicht wirklich auf das Stauende aufgefahren. Sonst würden wir die schönen Bilder wohl nicht zu sehen bekommen.
Ja das Wattenmeer ist was besonderes, was uns zur Zeit auf Texel auch wieder fasziniert. :up:
 
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Ja, danke Sam und Michael, es waren zwei schöne Tage für mich, die sehr überraschend kamen. Aber bereuen brauche ich sie nicht.
 
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Am Nachmittag ging es dann mit dem Schiff zurück nach Nordstrand, von da habe ich noch einen kleinen Abstecher nach Husum, einer urigen Kleinstadt mit wunderschönen alten Häusern gemacht. Da mir aber Stadtfotografie nicht liegt, nur 3 Fotos.

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Es ist schon erstaunlich, dass seit Aufzeichnung der Sturmflutwasserstände die bisher höchste Marke im Jahr 1976 erreicht wurde. Ich kann mich noch gut an das Drama erinnern und dass damals auch Hamburg, das ja immerhin ca. 170 Kilometer landeinwärts liegt, schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde.

 
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Mit dem typischsten für das Meer, dem Leuchtturm geht mein kleiner Abstecher nach Nordfriesland zu Ende.

Sehr schöne Bilder hast Du mitgebracht, Christel.
Werden wir denn nun häufiger was von der Küste zu sehen bekommen, sprich: wird Deine Tochter dort ein Jahr verbringen?

Gruß
Bernd
 
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Werden wir denn nun häufiger was von der Küste zu sehen bekommen, sprich: wird Deine Tochter dort ein Jahr verbringen? Gruß Bernd

Wissen wir noch nicht, die Entscheidung wird wohl in den nächsten Tagen kommen. Wenn meine Tochter genommen wird, dann fahre ich natürlich noch ein paarmal hoch. Vor allem, weil die Unterkunft so schön und groß war und zumindest in der Nachsaison sehr günstig.
 
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vielen dank für die schönen impressionen einer interessanten, weil sehr dynamischen küstenregion.

den oben zitierten beitrag muss ich jedoch ein wenig korrigieren. die schwere katastophe ereignete sich in hamburg (und an der gesamten nordseeküste) bereits im februar 1962, woraufhin die stadt in den folgejahren umfangreiche hochwasserschutzmaßnahmen ergriffen hat, so dass alle nachfolgenden sehr schweren sturmfluten keine größeren schäden als ein paar vollgelaufene keller und nasse füße verursachen konnten. und da gab es einige: http://www.hamburg-magazin.de/servi...artikel/detail/die-hoechsten-sturmfluten.html

die von dir genannte flut des jahres 1976 war allerdings die erste große bewährungsprobe - und sie wurde gut bestanden. trotzdem ist natürlich der hochwasserschutz gerade in zeiten steigender meeresspiegel (und steigenden tidehubs auf grund von elbvertiefungen) eine nicht endende aufgabe:

https://www.ndr.de/nachrichten/Was-...lut-so-gefaehrlich,sturmflutbaendiger105.html

und eine weitere kleine korrektur sei mir gestattet: hamburg ist nicht 170 km von der nordsee entfernt. die gesamte unterelbe, also der tidebeeinflusste stromabschnitt, ist von der staustufe geesthacht bis cuxhaven rund 140 km lang. dieser abschnitt beginnt damit allerdings weit oberhalb hamburgs. die seeschiffahrtsstraße, also der bereich an dem die rechtliche zuständigkeit hamburgs endet bis nach cuxhaven, ist sogar nur rd. 90 km lang.

trotz dieser entfernungen ist hamburg bei anhaltenden nordwest-stürmen besonders gefährdet, weil sich das hochwasser in der trichterförmigen elbmündung besonders hoch aufstauen kann. es ist daher für die stadt eminent wichtig, dass im unterelbebereich großflächige entlastungsüberflutungen möglich sind und bleiben - ein ständiges konfliktpotential mit unseren nachbarn in SH und NDS.
 
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Danke Hanner,
und ja, jetzt wo Du es sagst, kann ich mich auch dumpf erinnern, da bin ich mit den Jahreszahlen wohl durcheinander gekommen, hatte ich auch nicht kontrolliert . Wie heißt es so schön: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser . Ich gelobe mich zu bessern .

Ich habe mich auch unrichtig ausgedrückt mit den 170km. Stimmt. Es sind von Husum bis Hamburg laut meinem Navi knappe 170km.
 
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Moin,

auch auf die Gefahr hin, dass Hooge nun überlaufen wird, die Halligen und (für mich) speziell Hooge sind unbedingt einen Besuch wert und wenn es irgend geht, dann nicht nur für ein paar Stunden.

Vor etlichen Jahren hat mich ein hannoveraner Photohändler, dem ich auf die Frage wo ich denn mit meiner damals neuen langen Optik hin wolle, "nach Hooge" antwortete, ziemlich erstaunt angesehen und gemeint:"nach Hallig Hooge, da ist doch nichts"..... Eben drum!!!

....und obwohl ich erst im April dort war - wenn ich Deine Bilder sehe, dann wird es allerhöchste Zeit, wieder mal ein Wochenende auszugucken. Danke dafür!

Freundliche Pfingstgrüße

Wolfgang

p.s.: übrigens Husum - man muss dort ja nicht unbedingt photographieren, aber es gibt dort schon Örtlichkeiten, die man unbedingt besucht haben sollte, wenn man schon mal dort ist: beispielsweise das Fischhaus Loof
 
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Oh, auf Hooge hätte ich gerne (dann aber ohne meine Tochter) mehr Zeit verbracht und natürlich unter der Voraussetzung mit wesentlich längerer Brennweite unterwegs zu sein. Die Vögel haben es mir angetan.

Das mit dem Fischhaus hätte ich vorher wissen sollen, schade drum, aber da das ja alles ganz kurzfristig Dienstag Abend so kam und ich Mittwoch früh gefahren bin, hatte ich keine Zeit mehr für intensive Recherche über die Gegend.

Aber falls es mit meiner Tochter dort oben klappt, dann fahre ich ja zumindest noch 1 x hoch, wahrscheinlich auch 2 x, denn ein Jahr ist ja lang .
 
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